Registrieren
Anmelden

Logistik auf Subunternehmer umstellen: So gelingt die Übergabe Ihrer Transporte

Die Entscheidung ist gefallen: Künftig soll ein externer Partner einen Teil der Transporte übernehmen. Jetzt beginnt die eigentliche Arbeit. Denn mit der Auftragsvergabe allein wechseln weder das Wissen der bisherigen Fahrer noch die eingespielten Abläufe automatisch zum neuen Dienstleister.

Wer seine Logistik auf Subunternehmer umstellen möchte, braucht deshalb einen klaren Übergabeprozess. Dieser Artikel konzentriert sich auf den Transportbereich: von der ersten Bestandsaufnahme über eine Pilotstrecke bis zur laufenden Qualitätskontrolle.

Zuerst festlegen, welche Aufgaben übergeben werden

Der Begriff Subunternehmer wird im Alltag unterschiedlich verwendet. Ein Unternehmen kann einen Transportdienstleister direkt beauftragen; dieser kann wiederum weitere Unternehmen zur Ausführung einsetzen. Für Ihre Planung zählt deshalb vor allem, wer Ihr Vertragspartner ist, wer die Fahrten ausführt und wer bei Abweichungen entscheidet.

Beschreiben Sie den Leistungsumfang so konkret wie möglich. Soll der Partner nur fahren oder auch Termine mit Empfängern abstimmen? Wer erstellt Transportaufträge? Wer prüft die Versandbereitschaft? Wer bearbeitet Rückfragen nach der Zustellung?

Eine klare Aufgabenverteilung verhindert, dass Tätigkeiten nach der Umstellung zwischen Lager, Disposition und Dienstleister liegen bleiben.

Den tatsächlichen Ablauf dokumentieren

Beginnen Sie mit einer repräsentativen Auswahl Ihrer bisherigen Fahrten. Neben Strecke und Menge sind vor allem Informationen wichtig, die bislang nur einzelne Mitarbeitende kennen: abweichende Warenannahmen, Zufahrtsbeschränkungen, Ansprechpartner oder zusätzliche Rücknahmen beim Kunden.

Erstellen Sie daraus eine kurze Arbeitsbeschreibung pro Tour. Halten Sie den regulären Ablauf und bekannte Ausnahmen getrennt fest. Ein neuer Fahrer sollte daraus erkennen können, welche Ladestelle anzufahren ist und wen er bei Problemen erreicht.

Prüfen Sie zugleich, welche Leistungen Sie intern weiterhin benötigen. Auch bei ausgelagerten Transporten bleiben beispielsweise die Bereitstellung der Ware und die Abstimmung mit dem Dienstleister Teil Ihres betrieblichen Ablaufs.

Angebote anhand eines einheitlichen Leistungsbilds prüfen

Ein Vergleich funktioniert nur, wenn alle angefragten Partner dieselben Anforderungen erhalten. Dazu gehören Frequenz, Sendungsprofil, Zeitfenster, Ladebedingungen und erwartete Zusatzleistungen.

Klären Sie insbesondere:

  • Wie werden Änderungen, Absagen und Zusatzfahrten behandelt?
  • Welche Wartezeiten sind berücksichtigt?
  • Wie werden Zustellungen und Abweichungen dokumentiert?
  • Welche Ersatzlösung ist bei Fahrzeug- oder Fahrerausfall vorgesehen?
  • Wie ist der Einsatz weiterer ausführender Unternehmen geregelt?
  • Welche Nachweise und Versicherungsunterlagen passen zum Auftrag?

Diese Punkte gehören vor dem Start in die Abstimmung mit dem Vertragspartner. Wirtschaftlich sollten Sie den angebotenen Umfang mit Ihren vollständigen bisherigen Aufwendungen vergleichen, einschließlich verbleibender interner Arbeit und einmaliger Umstellungskosten.

Mit einer überschaubaren Pilotstrecke starten

Eine Pilotphase macht sichtbar, ob die geplante Zusammenarbeit im Alltag funktioniert. Wählen Sie eine Strecke, die typische Anforderungen abbildet und deren Übergabe sich gut begleiten lässt.

Beispielhaftes Vorgehen: Ein Großhändler übergibt zunächst die Versorgung einer Niederlassung. Während des Piloten dokumentieren Lager und Transportpartner Abholbereitschaft, tatsächliche Abfahrt, Ankunft und Besonderheiten. Wiederkehrende Rückfragen werden in die Tourbeschreibung aufgenommen.

Vor Beginn steht fest, wann der Pilot bewertet wird und welche Kriterien für die Ausweitung gelten. So basiert die Entscheidung auf beobachteten Abläufen statt auf dem Eindruck einer einzelnen gelungenen Fahrt.

Den Wechsel in den Regelbetrieb vorbereiten

Nach einem erfolgreichen Pilot werden weitere Touren schrittweise übernommen. Für jede Verbindung gibt es einen Starttermin, eine aktuelle Arbeitsbeschreibung und benannte Ansprechpartner.

Besonders wichtig ist ein Eskalationsweg: Wer wird informiert, wenn eine Abholung gefährdet ist? Wer darf eine Ersatzfahrt beauftragen? Wer verständigt den Empfänger? Diese Entscheidungen sollten im Störungsfall nicht erst ausgehandelt werden müssen.

Eigene Reservekapazitäten sollten erst dann angepasst werden, wenn die neue Lösung ausreichend erprobt und die weitere Verwendung der Ressourcen geklärt ist.

Qualität regelmäßig bewerten

Wenige aussagekräftige Kennzahlen reichen für den Einstieg: eingehaltene Lieferfenster, vollständig dokumentierte Zustellungen, Abweichungen und zusätzlicher Abstimmungsaufwand. Definieren Sie, wie diese Werte gemessen werden. Eine Verspätung durch verspätete Warenbereitstellung erfordert eine andere Verbesserung als ein Fehler in der Tourenplanung.

Für die grundsätzliche Entscheidung bietet der bestehende DAGO-Beitrag zum Transport-Outsourcing für KMU ergänzende Orientierung. Die Umsetzung beginnt anschließend mit einem konkreten Leistungsprofil.

Sie möchten regelmäßig anfallende Transporte an einen externen Partner übergeben? Stellen Sie DAGO Express Ihre Touren, Mengen und Anforderungen vor und fragen Sie eine passende Transportlösung an.

Jetzt Transportbedarf anfragen

chevron-rightarrow-right