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CCG 1: Definition und Beispiele

Was bedeutet CCG 1?

Wer Waren an den großen Lebensmitteleinzelhandel (LEH) wie REWE, EDEKA, ALDI oder LIDL liefert, stößt unweigerlich auf die Begriffe CCG 1 und CCG 2. Diese Abkürzungen gehen auf das ehemalige Centrum für Coorganisation (heute integriert in die GS1 Germany) zurück. Sie definieren standardisierte Palettenhöhen und Packvorgaben für die Konsumgüter- und Lebensmittelbranche.

Die Einhaltung der CCG-Normen ist für Speditionen und Verlader von kritischer Bedeutung, da der moderne Handel fast ausschließlich mit hochautomatisierten Hochregallagern arbeitet. Weicht eine Palette auch nur um wenige Zentimeter von der gebuchten CCG-Norm ab, verweigern die automatischen Scansysteme an der Rampe die Annahme.

Der CCG-Höhen-Checker

Standard LEH
📐

CCG 1 Norm

Max. 1,05 Meter

Inklusive Holzpalette! Die absolute Standardhöhe für Frischeprodukte, Molkereierzeugnisse und schwere Verkaufsheinheiten im Lebensmitteleinzelhandel.

Trockensortiment / Non-Food
🏗️

CCG 2 Norm

Max. 1,60 / 1,95 Meter

Inklusive Holzpalette! Maximale Ausnutzung für leichte Güter, Trockensortimente (z.B. Müsli, Toilettenpapier) oder Aktionswaren. Höhe variiert je nach Empfängerlager.

Der direkte Vergleich: CCG 1 vs. CCG 2

Um Fehlbuchungen bei der Spedition zu vermeiden, zeigt die folgende, gerahmte Tabelle die exakten Spezifikationen der beiden gängigen CCG-Klassen auf Europalettenbasis (120 x 80 cm):

KriteriumCCG Klasse 1 (CCG 1)CCG Klasse 2 (CCG 2)
Maximale GesamthöheMax. 1.050 mm (1,05 m)Max. 1.600 mm bis 1.950 mm
Reine WarenhöheMax. 900 mm (Zuzüglich 150 mm Palette)Max. 1.450 mm bis 1.800 mm
StapelbarkeitIn der Regel perfekt im Lkw doppelstockladefähig.Aufgrund der Höhe meist nicht stapelbar (Einstock-Ladung).
Typische WarengruppenMolkereiprodukte, Fleischwaren, Obst & Gemüse, Getränke (Konserven).Knabberzeug, Müsli, Kaffee, Drogerieartikel, Papierwaren.

Wichtiger Hinweis zur Höhe: Die Höhenangaben verstehen sich immer als absolut maximaler Scheitelpunkt inklusive der Holzpalette selbst. Steht ein Karton oben auch nur 1 cm über das Limit ab oder wölbt sich die Stretchfolie nach oben, gilt die Norm als verletzt.

Warum sind CCG-Normen in der Lebensmittellogistik überlebenswichtig?

Moderne Zentrallager von Ketten wie EDEKA oder REWE steuern den Warenstrom vollautomatisch über Fördertechnik. Beim Wareneingang durchläuft jede Palette eine Konturenkontrolle (eine Lichtschranken-Matrix).

Verletzt eine Palette das CCG 1-Format, kommt es zum „Fördertechnischen GAUB“ (Größter anzunehmender Unfall im Lager):

  • Annahmeverweigerung: Der Lkw-Fahrer muss die Palette wieder mitnehmen oder vor Ort kostenpflichtig auf zwei Paletten umpacken (Umpalettierung).

  • Strafgebühren (Penalties): Der Handel stellt dem Lieferanten erhebliche Aufwandsentschädigungen für die Blockade der Rampe in Rechnung.

  • Out-of-Stock-Gefahr: Die Ware erreicht das Verkaufsregal nicht rechtzeitig, was zu Umsatzeinbußen und Vertragsstrafen führen kann.

Checkliste für Verlader: So gelingt der CCG 1-Versand

Bevor Sie Ihre CCG 1-Ware an DAGO Express übergeben, prüfen Sie folgende Punkte:

  • [ ] Höhenkontrolle: Beträgt die Gesamthöhe ab dem Hallenboden exakt maximal 1,05 Meter?

  • [ ] Kein Überhang: Schließt die Ware absolut bündig mit den Außenkanten der Europalette (120 x 80 cm) ab?

  • [ ] Konturenstabilität: Ist die Palette so fest mit Stretchfolie gewickelt, dass sich die Ware während der Lkw-Fahrt nicht verschieben oder ausbeulen kann?

  • [ ] Palettenqualität: Werden ausschließlich unbeschädigte, tauschfähige Klasse-A- oder Klasse-B-Europaletten (EPAL) genutzt? Beschädigtes Holz blockiert die automatischen Rollenbahnen im Handel.

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