Registrieren
Login

Brexit, Zoll & Co.: Der ultimative 7-Punkte-Check für Ihren reibungslosen Expressversand nach Großbritannien

Der ultimative 7-Punkte-Check für Ihren reibungslosen Expressversand nach Großbritannien

Der Versand in Nicht-EU-Länder wie Großbritannien ist seit dem Brexit deutlich komplexer geworden. Unternehmen müssen heute strengere Zollvorgaben, exakte Dokumentationen und zusätzliche Gebühren berücksichtigen. Fehler führen schnell zu Verzögerungen, Rücksendungen oder kostspieligen Nachbelastungen. Ein strukturierter 7-Punkte-Check sorgt dafür, dass Expresssendungen sicher, schnell und regelkonform beim Expressversand ins Ausland ankommen. Dieser Leitfaden fasst alle wichtigen Informationen zusammen und zeigt, welche Unterlagen verpflichtend sind und wie sich häufige Probleme vermeiden lassen.

Das Wichtigste in Kürze

  • EORI-Nummer ist für alle internationalen Sendungen Pflicht.
  • Die Handelsrechnung muss vollständig, korrekt und auf Englisch ausgestellt sein.
  • Inhalt und Warenwert müssen exakt, klar und nachvollziehbar angegeben werden.
  • Richtige HS-Codes sind entscheidend für Zollsätze und Einfuhrsteuer.
  • Begleitdokumente wie CN22/CN23 und Exportanmeldungen müssen fehlerfrei sein.

Was ist beim Expressversand nach Großbritannien seit dem Brexit besonders wichtig?

Versender müssen eine gültige EORI-Nummer besitzen, vollständige englische Handelsrechnungen beilegen, präzise Warenbeschreibungen und korrekte HS-Codes nutzen. Zudem sind je nach Warenwert Zölle und Steuern sowie Begleitdokumente wie CN22/CN23 oder Exportanmeldungen erforderlich.

EORI-Nummer als Grundvoraussetzung

Eine gültige EORI-Nummer bildet die Grundlage für jeden Versand in Nicht-EU-Länder, also auch nach Großbritannien. Ohne diese Identifikationsnummer kann die Zollabwicklung nicht beginnen, wodurch Sendungen automatisch blockiert werden. Deshalb sollten Unternehmen sicherstellen, dass ihre Nummer korrekt registriert und aktiv ist.

Bei neuen Firmen oder Änderungen ist eine Aktualisierung notwendig. Zudem dient die EORI-Nummer als Schlüssel zur digitalen Zollkommunikation. Sie wird auf allen Dokumenten benötigt und muss einheitlich angegeben werden. Wer international versendet, kommt an ihr nicht vorbei. Daher sollte sie frühzeitig vor dem Versand geprüft werden.

Handelsrechnung oder Pro-Forma-Rechnung

Jede Sendung muss von einer Handelsrechnung oder Pro-Forma-Rechnung begleitet werden, selbst wenn die Ware zollbefreit ist. Diese Rechnung muss zwingend auf Englisch ausgestellt sein und vollständige Angaben enthalten. Dazu gehören Incoterms, Warenbeschreibung, Warentarifnummer und die EORI-Nummer.

Nur eine detaillierte und klare Rechnung ermöglicht es den Zollbehörden, die Ware korrekt zu klassifizieren. Fehler oder fehlende Daten führen häufig zu Verzögerungen oder Rückfragen. Wichtig ist zudem, dass die Werte realistisch und nachvollziehbar sind. Die Rechnung dient als Hauptdokument für alle Zollentscheidungen. Deshalb sollte sie mit größter Sorgfalt erstellt werden.

Exakte Deklaration des Wareninhalts

Eine präzise Beschreibung des Inhalts ist unerlässlich, da vage Angaben nicht akzeptiert werden. Beispiele wie „iPhone 10“ statt „Geschenk“ zeigen, wie konkret die Deklaration sein muss. Zollbeamte benötigen klare Produktangaben, um Sicherheit, Wert und Tarifierung zu prüfen.

Unklare Begriffe können zur Öffnung der Sendung und zur Verzögerung führen. Präzision schützt vor Missverständnissen und sorgt für eine schnelle Bearbeitung. Auch Mengenangaben und technische Details sollten vorhanden sein. Unternehmen sollten bei Unsicherheiten lieber mehr Informationen geben als zu wenig. Je transparenter die Angaben, desto effizienter verläuft der Versandprozess.

Bedeutung der HS-Codes und Warentarifnummern

Die HS-Codes bestimmen die Zollsätze und steuerlichen Abgaben für jedes Produkt. Wird ein falscher Code angegeben, drohen falsche Zollberechnungen, Verzögerungen oder Strafen. Daher muss jeder Artikel korrekt eingestuft werden. Der TARIC-Code ergänzt die EU-spezifischen Anforderungen und sollte bei Sendungen aus Deutschland genutzt werden.

Unternehmen müssen sicherstellen, dass die Codes aktuell sind, da sich Tarife und Klassifizierungen ändern können. Außerdem erleichtert ein korrekter Code die automatische Verarbeitung durch Zollsysteme. Die Zuordnung ist besonders wichtig bei technischen Produkten, Textilien oder Elektronik. Nur mit passenden Codes ist eine reibungslose Zollfreigabe möglich.

Warenwert und bedeutende Steuergrenzen

Der Warenwert entscheidet über die Höhe von Steuern und Zöllen. Bis 150 Euro entfällt meist der Zoll, jedoch fällt die Einfuhrumsatzsteuer dennoch an. Ab 150 Euro gelten zusätzliche Zolltarife, die je nach HS-Code variieren. Deshalb ist eine korrekte Wertermittlung erforderlich.

Auch Rabatte und Versandkosten müssen korrekt angegeben werden. Fehlerhafte Werte führen zu Nachforderungen oder zur Verzögerung der Zustellung. Eine transparente Wertangabe sorgt für planbare Kosten und verhindert Streitigkeiten mit Empfängern. Zudem können Kurierdienste bei falsch angegebenem Wert eigene Servicegebühren berechnen. Daher sollten Versender den Warenwert stets sorgfältig dokumentieren.

Ursprungsnachweise und zollrelevante Vorteile

Ein Ursprungsnachweis ist für viele Waren verpflichtend, um Zollvergünstigungen zu ermöglichen. Er belegt, in welchem Land ein Produkt hergestellt wurde. Gerade seit dem Brexit spielt der Ursprung eine größere Rolle, da EU-GB-Vorteilsregelungen möglicherweise greifen. Der Nachweis muss korrekt erstellt und auf Nachfrage belegt werden können.

Falsche Angaben können schwerwiegende Folgen haben. Außerdem kann der Ursprungsnachweis die Zollsätze deutlich reduzieren. Unternehmen sollten prüfen, ob ihre Waren unter Präferenzabkommen fallen. Der Nachweis wird auch bei Retouren benötigt. Eine konsistente Dokumentation ist deshalb essenziell.

Korrekte und vollständige Begleitdokumente

Neben der Handelsrechnung sind Zolldokumente wie CN22 oder CN23 relevant. Sie müssen vollständig, lesbar und konsistent sein. Ab einem Warenwert von über 1.000 Euro ist zudem eine Exportanmeldung erforderlich. Diese muss elektronisch erfolgen und rechtzeitig vorbereitet werden. Fehler in den Dokumenten sind die häufigste Ursache für Verzögerungen beim Versand nach Großbritannien.

Deshalb sollten Unternehmen alle Unterlagen sorgfältig prüfen. Auch Retouren benötigen dieselben Dokumente wie der Export. Ergänzend berechnen viele Kurierdienste Servicepauschalen für Zollanmeldungen. Eine professionelle Versandsoftware kann helfen, Fehler zu vermeiden.

Fazit

Der Expressversand nach Großbritannien erfordert seit dem Brexit deutlich mehr Vorbereitung, doch mit einem klar strukturierten 7-Punkte-Check lassen sich Verzögerungen und Zusatzkosten vermeiden. Wer EORI-Nummern prüft, Dokumente korrekt ausstellt, Waren sauber deklariert und alle zollrelevanten Anforderungen erfüllt, profitiert von einem reibungslosen Versandprozess. Unternehmen sparen dadurch Zeit, Geld und vermeiden unnötige Rückfragen. Mit der richtigen Vorbereitung wird auch der Versand in Nicht-EU-Länder effizient und zuverlässig.

exit-upchevron-rightarrow-right