Sperrgut zu versenden erfordert mehr als nur den Gang zur Post. Größe, Gewicht und Form machen diese Sendungen besonders – und damit auch aufwendiger. Fehler bei Verpackung, Maß oder Kennzeichnung führen schnell zu Nachberechnungen oder Verzögerungen. Wer jedoch die wichtigsten Regeln kennt, spart Kosten und sorgt für einen reibungslosen Transport. Dieser Ratgeber zeigt, was beim Sperrgutversand wirklich zählt.
Das Wichtigste zum Sperrgut versenden in Kürze
- Sperrgut ist alles, was nicht quaderförmig, zu groß oder instabil ist
- Die längste Seite darf meist maximal 120 cm betragen
- Paketdienste akzeptieren oft nur bis 31,5 oder 40 kg – darüber ist Spedition Pflicht
- Verpackung muss stabil, sicher und mit Kantenschutz versehen sein
- Kennzeichnung und Auswahl des richtigen Versanddienstleisters sind entscheidend
Was muss man beim Sperrgutversand beachten?
Beim Sperrgutversand müssen Maßgrenzen, Verpackungssicherheit, Kennzeichnung und die Dienstleisterwahl beachtet werden, um Zusatzkosten oder Transportschäden zu vermeiden.
Was genau gilt als Sperrgut?

Sperrgut ist keine fest definierte Versandkategorie, sondern ein Begriff für Pakete, die aufgrund ihrer Maße oder Bauweise nicht in die Standard-Logistikprozesse der Paketdienste passen. Typisch sind ungewöhnliche Formen, Übergrößen oder instabile Verpackungen. Runde Gegenstände, etwa Autoreifen oder Rohre, zählen ebenso dazu wie stark abstehende Elemente oder nicht-quaderförmige Sendungen. Auch Pakete mit lockerer Umreifung oder stark abweichender Gewichtsverteilung können vom Versanddienstleister als Sperrgut deklariert werden.
Eine einfache Faustregel: Alles, was auf Förderbändern nicht sauber transportiert werden kann, gilt als sperrig. Auch scheinbar harmlose Objekte wie eine Gitarre oder eine kleine Leiter können durch ihre Form oder Verpackungskritik schnell in diese Kategorie fallen. Die Definition ist abhängig vom Dienstleister – daher ist es ratsam, sich vor Versand genau über die Bedingungen zu informieren.
Welche Maße und Gewichte sind zulässig?
Die Grenzwerte für Sperrgut sind bei den meisten Paketdiensten ähnlich, aber nicht identisch. Eine häufige Obergrenze ist 120 cm für die längste Seite. Zusätzlich spielt das sogenannte Gurtmaß eine Rolle – es berechnet sich aus Umfang plus längster Seite. Häufige Obergrenze: 360 cm Gurtmaß. Beim Gewicht akzeptieren viele Anbieter bis zu 31,5 kg. Einige erlauben bis zu 40 kg – darüber hinaus greift meist nur noch der Speditionsversand.
Sperrig wird ein Paket aber auch dann, wenn es nicht quaderförmig ist – z. B. bei runden oder unförmigen Gegenständen. Auch Rollen, instabile Verpackungen oder asymmetrische Gewichtsverteilungen können zur Sperrgut-Klassifizierung führen. Wichtig: Die Grenzen variieren je nach Anbieter. Ein Paket, das bei DHL noch als Standard gilt, kann bei DPD oder Hermes bereits als Sperrgut berechnet werden. Immer vorher prüfen – sonst drohen Nachzahlungen.
Typische Sperrgutgrenzen bei Paketdiensten:
| Paketdienstleister | Max. Länge | Max. Gurtmaß | Max. Gewicht | Sperrgutzuschlag |
|---|---|---|---|---|
| DHL | 120 cm | 360 cm | 31,5 kg | Ja |
| Hermes | 120 cm | 310 cm | 25–31,5 kg | Ja |
| DPD | 175 cm | 300 cm | 31,5 kg | Ja |
| GLS | 200 cm | 300 cm | 40 kg | Ja |
Wie verpackt man Sperrgut richtig?
Die Verpackung ist beim Sperrgutversand besonders entscheidend. Aufgrund der Größe oder Form ist das Risiko für Beschädigungen erhöht. Grundregel: Die Sendung muss stabil, transportsicher und stoßgeschützt sein. Verpackungen mit herausragenden oder offenen Teilen sind tabu. Kanten und Ecken sollten verstärkt werden – etwa mit Kantenschutz oder dicken Polsterungen. Bewegliche Teile müssen fixiert, Hohlräume ausgefüllt werden.
Verwendetes Klebeband sollte stark genug sein, um das Gewicht zu halten. Lose Umreifungen sind ungeeignet – besser sind stabile Kartonagen oder Holzkisten. Auch Stretchfolie kann helfen, instabile Außenformen zu stabilisieren. Ein häufiger Fehler ist das Überladen einer Verpackung – hier droht Schaden am Produkt oder Annahmeverweigerung durch den Dienstleister. Wer unsicher ist, kann sich professionelle Verpackungshilfen holen oder direkt eine Spedition mit Verpackung beauftragen.
Welcher Versanddienstleister eignet sich für Sperrgut?
Die Wahl des passenden Versanddienstleisters wie DAGOexpress ist zentral. Paketdienste wie DHL, Hermes oder DPD befördern Sperrgut nur bis zu bestimmten Grenzen – und verlangen dafür meist einen Zuschlag. Die Zuschläge variieren je nach Maße, Gewicht und Form. Überschreitet das Paket bestimmte Grenzwerte, ist ein Versand nur noch über eine Spedition möglich.
Speditionen holen in der Regel direkt am Straßenrand ab und liefern „frei Bordsteinkante“. Das bedeutet: keine Lieferung bis zur Wohnungstür. Wer schwere oder sperrige Möbelstücke oder Haushaltsgeräte versendet, kommt um Speditionsdienste nicht herum. Wichtig ist, die Preise und Leistungen zu vergleichen – manche Speditionen bieten optionalen Aufbauservice oder Abholung aus der Wohnung gegen Aufpreis an. Bei Paketdiensten sollte man den Sperrgutversand vorab anmelden – sonst drohen Nachberechnungen oder Rücksendungen.
Wie erfolgt die richtige Kennzeichnung?
Sperrgut muss gut sichtbar und korrekt gekennzeichnet sein. Die Adresse sollte auf der größten Fläche des Pakets klar lesbar angebracht sein. Zusätzlich empfiehlt sich die Anbringung von Warnhinweisen – etwa „Vorsicht zerbrechlich“ oder „Nicht stapeln“. Bei empfindlichen Geräten oder Möbeln sollten entsprechende Symbole verwendet werden.
Auch spezielle Etiketten wie „Oben“ oder „Nicht kippen“ können sinnvoll sein. Diese Kennzeichnungen helfen dem Transportpersonal, das Paket richtig zu behandeln. Bei Speditionsversand gelten oft besondere Anforderungen an die Etikettierung – hier unbedingt die Vorgaben des Spediteurs beachten. In jedem Fall sollte das Etikett gut haften und nicht über Klebeband oder Kanten geklebt werden. Bei regenanfälliger Ware ist ein wasserfestes Etikett ratsam. Eine klar gekennzeichnete Sendung schützt vor Fehlbehandlung und Transportschäden.
Welche Kosten entstehen beim Sperrgutversand?
Die Kosten für den Sperrgutversand setzen sich aus dem Grundpreis des Paketdienstes, dem Sperrgutzuschlag und eventuell Zusatzoptionen wie Versicherung oder Abholung zusammen. Ein Sperrgutzuschlag liegt je nach Anbieter meist zwischen 20 € und 40 €. Bei DHL kostet ein Sperrgutversand aktuell 29,90 € zusätzlich zum Paketpreis (Stand 2025).
Hermes berechnet ebenfalls Aufschläge, abhängig vom Maß und Gewicht des Pakets. Speditionen arbeiten oft mit Pauschalpreisen – ab ca. 70 € für innerdeutschen Versand von Möbelstücken. Wichtig ist, dass Zusatzkosten auch dann entstehen, wenn das Sperrgut nicht korrekt deklariert wurde. In solchen Fällen können Nachberechnungen von bis zu 50 € drohen. Wer sparen will, sollte vorab die Maße genau prüfen, online kalkulieren und mehrere Angebote vergleichen.
Wie sieht es mit Versicherung und Schadensregulierung aus?
Sperrgutsendungen sind besonderen Risiken ausgesetzt – etwa durch Umkippen, Schläge oder unzureichende Handhabung. Eine Transportversicherung ist deshalb dringend zu empfehlen. Paketdienste versichern standardmäßig oft nur bis 500 €, Speditionen bieten höhere Deckungssummen. Wer teure Möbel oder Technik versendet, sollte den Versicherungswert dokumentieren und Fotos vor Versand anfertigen.
Wichtig: Schäden durch unzureichende Verpackung werden häufig nicht ersetzt. Im Schadensfall muss der Empfänger den Schaden sofort beim Zusteller melden und dokumentieren – mit Fotos und Schadensprotokoll. Auch die Transportzeit kann entscheidend sein, da viele Anbieter eine Frist von 7 Tagen setzen. Eine freiwillige Zusatzversicherung kann für wertvolles Sperrgut zusätzlichen Schutz bieten.
Checkliste für den Sperrgutversand:
- Maße und Gewicht des Pakets exakt messen
- Gurtmaß berechnen und mit Anbietervorgaben abgleichen
- Stabilen Karton oder Holzkiste wählen, ggf. Kantenschutz anbringen
- Hohlräume auspolstern, bewegliche Teile fixieren
- Paket deutlich und wetterfest beschriften
- Warnhinweise wie „Nicht stapeln“ oder „Zerbrechlich“ anbringen
- Online Preise bei Paketdiensten und Speditionen vergleichen
- Sperrgutoption korrekt im Online-Formular auswählen
- Versandbeleg und Trackingnummer aufbewahren
- Versicherung prüfen und ggf. erweitern
Diese Checkliste hilft, typische Fehler zu vermeiden und den Versand effizient zu organisieren – ideal für private und gewerbliche Versender.
Welche Beispiele zählen typischerweise zu Sperrgut?
Sperrgut umfasst eine große Bandbreite an Gegenständen. Besonders häufig: Autoreifen, Fahrräder, Gitarren, Skier, große Sportgeräte und Leitern. Auch Haushaltsgeräte wie Waschmaschinen oder Kühlschränke fallen darunter – besonders, wenn sie ohne Originalverpackung versendet werden. Möbelstücke wie Tische, Regale oder Bettrahmen gehören ebenso dazu. Auch lange Rohre, Teppichrollen oder Pflanzen mit ausladender Form zählen zu typischem Sperrgut.
Wichtig: Nicht nur die tatsächliche Größe zählt – auch die Verpackung kann ein ansonsten kleines Produkt zum Sperrgut machen, etwa bei instabilen Kartons oder herausragenden Teilen. Daher immer prüfen, wie das Produkt am besten transportiert werden kann. Im Zweifel hilft eine Spedition, auch empfindliche oder unförmige Güter sicher und regelkonform zu transportieren.
Wann ist es Sperrgut, wann Stückgut oder Palette?
Um die optimale und kostengünstigste Versandmethode zu gewährleisten, ist die korrekte Klassifizierung Ihrer Sendung notwendig. Während das Sperrgut versenden in der Regel Sendungen betrifft, die lediglich die Standard-Paketmaße überschreiten oder unregelmäßig geformt sind, werden sehr schwere Güter (oft über 30 kg) oder große Mengen als Stückgut oder Palettenversand abgewickelt.
Beim Stückgut erfolgt der Transport über Speditionen, meist auf Paletten, welche eine unterfahrbare und transportsichere Fixierung des Gutes erfordern. Die klare Unterscheidung zwischen Sperrgut und Stückgut hilft Ihnen, den richtigen Service bei Dagoexpress zu wählen und unerwartete Nachberechnungen zu vermeiden.
Zolldokumente und Besonderheiten beim internationalen Sperrgutversand
Wenn Sie Sperrgut versenden wollen, das außerhalb der Europäischen Union zugestellt werden soll, müssen Sie zusätzliche Zolldokumente vorbereiten. Ab einem bestimmten Warenwert benötigen Sie in der Regel die Zollinhaltserklärung CN23, während für Sendungen mit geringerem Wert das Formular CN22 genügt.
Diese Dokumente sind unerlässlich, damit die Ware reibungslos durch den Zoll abgewickelt werden kann und der Empfänger keine unnötigen Wartezeiten in Kauf nehmen muss. Informieren Sie sich frühzeitig über die länderspezifischen Einfuhrbestimmungen und etwaige Verbote, da gerade beim internationalen Sperrgutversand strenge Regelungen zu beachten sind.
Fazit
Sperrgut erfordert Planung und Aufmerksamkeit. Wer Maße, Gewicht, Verpackung und Dienstleisterwahl ernst nimmt, vermeidet hohe Nachberechnungen und spart Zeit. Die richtige Verpackung, klare Kennzeichnung und Anbieterrecherche machen den Unterschied – und sorgen dafür, dass auch große oder sperrige Sendungen sicher ans Ziel kommen.
FAQ:
Was kostet es, Sperrgut zu versenden?
Die Kosten für den Sperrgutversand setzen sich aus dem Grundpreis des Transportdienstes und einem obligatorischen Sperrgutzuschlag zusammen, der für die manuelle Bearbeitung erhoben wird. Die endgültigen Gebühren hängen stark von den genauen Abmessungen (Gurtmaß) und dem Gewicht Ihrer Sendung ab.
Was genau fällt unter die Definition Sperrgut?
Als Sperrgut gelten alle Sendungen, die aufgrund ihrer unregelmäßigen Form, überstehender Teile oder der Überschreitung spezifischer Höchstmaße nicht maschinell sortiert werden können. Typische Beispiele sind Autoreifen ohne Kartonage, unverpackte Koffer oder lange Rollen.
Kann ich mein Sperrgut im Paketshop abgeben?
Dies hängt von den Maßen und dem Gewicht Ihrer Sendung ab; viele kleinere Sperrgut-Artikel können im Paketshop abgegeben werden. Bei sehr großen oder schweren Paketen ist jedoch fast immer eine direkte Abholung durch den Versanddienstleister notwendig.
Welche Gegenstände werden häufig als Sperrgut versendet?
Zu den häufig versendeten Sperrgütern zählen demontierte Möbelteile, große Musikinstrumente, Fahrradrahmen oder Kinderwagen, sofern sie die Standardpaketmaße überschreiten. Auch viele Sportgeräte wie Golfbags oder Ski fallen in diese Kategorie, wenn sie nicht speziell verpackt werden.
Wie muss ich Sperrgut transportsicher verpacken?
Sie müssen das Sperrgut in einer extrem stabilen Umhüllung fixieren, wobei idealerweise eine robuste, formstabile Kartonage verwendet wird. Alle spitzen oder abstehenden Teile müssen entfernt oder fest gesichert werden, um das Risiko von Schäden zu minimieren.
Gibt es eine Gewichtsgrenze für Sperrgut?
Ja, bei den gängigen Paketdiensten liegt die Höchstgrenze für Sperrgut oft zwischen 30 kg und 40 kg, bevor die Sendung als Stückgut eingestuft wird. Sendungen, die dieses Limit überschreiten, müssen in der Regel per Spedition transportiert werden.
Was ist der Unterschied zwischen Sperrgut und Stückgut?
Sperrgut beschreibt ein nicht-sortierfähiges Paket, das noch im Paketdienstnetzwerk transportiert wird, während Stückgut (oft ab 50 kg oder sehr großen Maßen) per Spedition und in der Regel auf einer Palette versendet werden muss. Stückgut ist typischerweise wesentlich schwerer und erfordert spezielle Verladesysteme.
Kann ich Sperrgut auch ins Ausland versenden?
Ja, der internationale Sperrgutversand ist möglich, allerdings sind die maximalen Abmessungen hier oft strenger limitiert als im nationalen Versand. Informieren Sie sich vor der Buchung über die länderspezifischen Einschränkungen und die notwendigen Zolldokumente.
Was passiert, wenn ich den Sperrgutzuschlag vergesse?
Wenn Sie den Zuschlag vergessen, das Paket aber die Kriterien erfüllt, wird der Versandanbieter das Paket manuell nachvermessen und den Sperrgutzuschlag nachträglich berechnen. Dies kann zu Verzögerungen im Transportprozess und höheren Gesamtkosten führen.
Welche Vorteile bietet die Abholung von Sperrgut zu Hause?
Die Abholung bietet Ihnen maximalen Komfort, da Sie das schwere und unhandliche Sperrgut nicht selbst zu einem Paketshop bringen müssen. Dies ist besonders vorteilhaft für sehr große oder palettierte Sendungen, die ohnehin nur per Abholung versendet werden können.