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Gliederzug: Definition und Beispiele

Was ist ein Gliederzug?

Der Gliederzug (oft auch als Lastzug bezeichnet) ist eine der tragenden Säulen im europäischen Güterkraftverkehr. Im logistischen Sprachgebrauch versteht man darunter die Kombination aus einem starren **Motorwagen (Lkw)** und einem oder mehreren **Anhängern**. Im Gegensatz zum Sattelzug, bei dem eine Sattelzugmaschine einen Sattelauflieger zieht, sind beim Gliederzug das Zugfahrzeug und der Anhänger als zwei separate Einheiten autark beweglich und über eine Deichsel bzw. Kupplung miteinander verbunden.

Technische Daten: Maße, Gewicht und Ladekapazitäten

Für Transportplaner und Verlader sind die exakten Abmessungen und Stellplatzkapazitäten eines Gliederzugs der entscheidende Faktor bei der Laderaumoptimierung. Nach den gesetzlichen Vorgaben der StVZO in Deutschland und Europa gelten für Standard-Gliederzüge folgende gesetzliche Höchstgrenzen:

Kriterium / KennzahlStandard-Wert im europäischen Güterkraftverkehr
Zulässiges Gesamtgewicht (zGG)Regulär 40 Tonnen (im kombinierten Verkehr bis zu 44 Tonnen)
Maximale GesamtlängeHöchstens 18,75 Meter (Gesamtzug inklusive Deichsel)
Maximale LadeflächenlängeMaximal 15,65 Meter (Summe der Ladeflächen von Lkw und Anhänger)
Stellplatzkapazität (Europaletten)Bis zu 38 Stellplätze (meist aufgeteilt in 18 auf dem Motorwagen, 20 auf dem Anhänger)
LadevolumenBis zu 120 m³ bei sogenannten Volumen-Gliederzügen (Jumbo-Züge)

Gliederzug vs. Sattelzug: Wo liegen die Unterschiede?

In der Logistik wird die Wahl des Fahrzeugtyps strikt nach Wirtschaftlichkeit getroffen. Der Gliederzug hat gegenüber dem klassischen Sattelzug spezifische Stärken und Schwächen:

  • Mehr Stellplätze & Volumen: Während ein Sattelauflieger standardmäßig Platz für 34 Europaletten bietet, kommt der Gliederzug auf bis zu 38 Stellplätze. Bei Leichtgut (z. B. Dämmstoffe, Verpackungen) bietet er somit deutlich mehr Effizienz.
  • Flexibilität durch Entkopplung: Der Anhänger kann bei engen Platzverhältnissen am Zielort abgestellt werden. Der Motorwagen liefert den ersten Teil der Fracht aus und holt den Anhänger später nach. Sattelzüge sind hier deutlich unhandlicher.
  • Fahrverhalten: Gliederzüge weisen durch das zusätzliche Gelenk (Kupplung) ein komplexeres Rangierverhalten auf und erfordern von den Fahrern beim Rückwärtsfahren höchste Präzision.

Wann ist ein Gliederzug die beste Wahl?

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Volumentransporte

Ideal für leichte, aber extrem großvolumige Güter. Mit bis zu 120m³ Laderaum unschlagbar.

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Wechselbrücken-System

Perfekt für optimierte Begegnungsverkehre. Laden und Entladen der Boxen läuft autark ohne Lkw-Standzeiten.

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Enge Lieferzonen

Durch das Abkuppeln des Anhängers können auch verwinkelte Innenstädte oder Kunden ohne Rampe bedient werden.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Gliederzug

Wie viele Europaletten passen auf einen Gliederzug?

Ein Standard-Gliederzug im Fernverkehr kann bis zu **38 Europaletten** laden. In der Regel entfallen dabei 18 Stellplätze auf das Motorfahrzeug und 20 Stellplätze auf den Anhänger. Im Vergleich dazu fasst ein klassischer Sattelzug nur 34 Europaletten.

Was ist ein Euro-Combi (Giga-Liner)?

Ein Euro-Combi, oft auch als Lang-Lkw oder „Giga-Liner“ bezeichnet, ist eine erweiterte Form des Gliederzugs. Hierbei werden bestehende Lkw- und Anhängerkombinationen so gekoppelt, dass eine Gesamtlänge von bis zu 25,25 Metern erreicht wird. Diese Fahrzeuge unterliegen in Deutschland strengen gesetzlichen Sonderregelungen und dürfen nur auf dem freigegebenen Positivnetz verkehren.

Was versteht man unter einem Durchlade-Gliederzug?

Bei einem Durchlade-Gliederzug kann der Anhänger beladen oder entladen werden, ohne dass er vom Motorwagen abgekuppelt werden muss. Dies wird durch vordere und hintere Türen an den Aufbauten sowie eine Überladebrücke realisiert. Das spart im logistischen Umschlaglager massiv Zeit.

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