Registrieren
Anmelden

GB-EORI beantragen: Schnell & kostenlos

GB-EORI beantragen: Schnell & kostenlos

Eine britische EORI-Nummer (GB-EORI) beantragen Sie vollständig online über die britische Steuerbehörde HM Revenue & Customs. Der Antrag ist kostenlos und dauert meist nur wenige Minuten. Ob Sie selbst eine GB-EORI benötigen, hängt von Ihrem Unternehmenssitz und Ihrer Rolle im Zollverfahren ab. In diesem Leitfaden erfahren Sie, ob Sie eine GB- oder XI-EORI benötigen, welche Unterlagen erforderlich sind und wie der Online-Antrag Schritt für Schritt funktioniert – inklusive Besonderheiten für deutsche Unternehmen ohne Niederlassung im Vereinigten Königreich.

Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste in Kürze

  • Die GB-EORI wird online über HMRC beantragt und ist kostenlos.
  • Für England, Schottland und Wales benötigen Sie eine GB-EORI.
  • Für Nordirland kann zusätzlich eine XI-EORI erforderlich sein.
  • In UK ansässige Firmen benötigen u. a. UTR, SIC-Code und ggf. VAT-Nummer.
  • Nicht in UK ansässige Unternehmen können ebenfalls eine GB-EORI beantragen.

Wie beantragt man eine britische GB-EORI?

Die GB-EORI wird online über die offizielle GOV.UK-Seite von HMRC beantragt. Nach Anmeldung im Government Gateway geben Sie Ihre Unternehmensdaten ein und erhalten die Nummer meist sofort oder innerhalb von fünf Arbeitstagen.

GB- oder XI-EORI: Welche Nummer benötigen Sie?

Für eigene britische Zollvorgänge ist grundsätzlich die GB-EORI relevant. Ob Ihr Unternehmen selbst eine Registrierung benötigt und erhalten kann, ist anhand von Sitz, Tätigkeit und Anmelderrolle zu prüfen. Ein Transport nach Großbritannien allein sagt noch nicht, welches Unternehmen welche Nummer verwenden muss.

Für Nordirland können andere Regeln gelten. Prüfen Sie vor einem XI-Antrag, ob Ihre vorhandene EU-EORI für die betreffende Tätigkeit ausreicht. Wird eine XI-EORI benötigt, muss zunächst eine GB-EORI vorliegen. Entscheidend ist der konkrete Zollvorgang, nicht allein die Häufigkeit Ihrer Lieferungen.

Voraussetzungen und erforderliche Unterlagen

Die Anforderungen unterscheiden sich je nach Unternehmenssitz. Für in Großbritannien ansässige Unternehmen werden mehrere Angaben benötigt. Dazu zählen der Government-Gateway-Zugang, die Unique Taxpayer Reference (UTR) sowie Gründungsdatum und SIC-Code laut Companies House. Ist das Unternehmen umsatzsteuerpflichtig, wird zusätzlich die britische VAT-Nummer samt Registrierungsdatum verlangt. Einzelunternehmer müssen außerdem ihre National Insurance Number angeben.

Für Unternehmen ohne Sitz im Vereinigten Königreich entfallen UTR, SIC-Code und National Insurance Number. Das vereinfacht den Antrag deutlich. Dennoch müssen vollständige Unternehmens- und Kontaktdaten angegeben werden.

Übersicht der Unterlagen

UnternehmensstatusBenötigte Angaben
UK-ansässigGovernment Gateway, UTR, SIC-Code, Gründungsdatum, ggf. VAT-Nr., ggf. National Insurance
Nicht UK-ansässigGovernment Gateway, Unternehmensdaten, Kontaktdaten

Schritt-für-Schritt: GB-EORI online beantragen

Der Antrag erfolgt über die offizielle GOV.UK-Seite „Apply for an EORI number“. Zunächst melden Sie sich mit Ihrem Government-Gateway-Account an. Falls noch kein Zugang besteht, können Sie diesen direkt erstellen.

Anschließend wählen Sie aus, ob Sie als Unternehmen oder Einzelperson beantragen und ob Ihr Unternehmen im Vereinigten Königreich ansässig ist. Danach geben Sie alle geforderten Unternehmensdaten ein. Dazu zählen Name, Anschrift, Kontaktdaten sowie – falls vorhanden – UTR und VAT-Nummer.

Nach dem Absenden wird die EORI in den meisten Fällen sofort angezeigt. Sollte eine manuelle Prüfung nötig sein, erfolgt die Zuteilung innerhalb von bis zu fünf Arbeitstagen.

Aufbau und Format der GB-EORI

Die britische EORI beginnt stets mit „GB“. In der Regel folgen zwölf Ziffern. Bei umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen entspricht die Struktur häufig „GB + VAT-Nummer + 000“.

Fiktives Formatbeispiel, keine nutzbare Registrierung: GB123456789000.

Diese Struktur erleichtert die Identifikation im Zollsystem. Wichtig ist, die Nummer korrekt in Zollanmeldungen und Frachtpapieren zu verwenden. Fehlerhafte Angaben führen häufig zu Verzögerungen bei der Abfertigung.

XI-EORI für Nordirland beantragen

Benötigen Sie zusätzlich eine XI-EORI, erfolgt der Antrag ebenfalls über GOV.UK. Voraussetzung ist eine bereits bestehende GB-EORI.

Die Bearbeitung dauert typischerweise bis zu fünf Tage. Unternehmen sollten die XI-Nummer rechtzeitig beantragen, wenn Lieferungen nach Nordirland geplant sind. Ohne diese Registrierung kann es zu Problemen bei der Zollabwicklung kommen.

Besonderheiten für deutsche Unternehmen ohne UK-Niederlassung

Auch ein deutsches Unternehmen ohne Betriebsstätte in Großbritannien kann eine GB-EORI beantragen. Im Formular wählen Sie dazu „business not established in the UK“. Dadurch entfallen UTR, SIC-Code und National Insurance Number.

Für relevante EU-Zollvorgänge bleibt die EU-EORI maßgeblich. GB- und EU-EORI dürfen nicht beliebig ausgetauscht werden. Ob Ihr deutsches Unternehmen zusätzlich eine GB-EORI braucht, ist mit Blick auf seine Rolle und gegebenenfalls den eingesetzten Zollvertreter zu klären.

Vor dem Antrag: Unternehmen und Zollrolle klären

Beginnen Sie nicht mit dem Formular, sondern mit der geplanten Lieferkette. Wer verkauft, wer importiert und wer gibt die Anmeldung ab? Die Rechnungsadresse eines Kunden ist nicht automatisch die Adresse des antragstellenden Unternehmens. Stimmen Sie diese Rollen mit Ihrem Zollvertreter ab, damit eine Nummer nicht dem falschen Rechtsträger zugeordnet wird.

Die offiziellen GOV.UK-Hinweise zum EORI-Bedarf unterscheiden auch zwischen ansässigen und nicht ansässigen Unternehmen. Ohne britische Niederlassung ist ein eigener Antrag nicht für jede Konstellation möglich oder notwendig. Wo eine Vertretung erforderlich ist, muss deren Rolle vor der Anmeldung feststehen. Nutzen Sie für die Beantragung ausschließlich den offiziellen Dienst und nicht ungeprüfte kostenpflichtige Vermittlungsseiten.

Checkliste für einen nachvollziehbaren Antrag

Legen Sie die Daten aus Ihren aktuellen Unternehmensunterlagen bereit. Prüfen Sie insbesondere den vollständigen rechtlichen Namen und die Anschrift. Schreibweisen sollten mit den Unterlagen übereinstimmen, die Ihr Zollvertreter später nutzt. Halten Sie außerdem intern fest, wer den Antrag betreut und Rückfragen beantwortet. Ein gemeinsames Postfach kann organisatorisch hilfreich sein, ersetzt aber keine sichere Verwaltung des Zugangs.

  • Vorhandene Registrierung prüfen, bevor Sie einen weiteren Antrag starten.
  • Antrag dem richtigen Unternehmen und nicht versehentlich einer verbundenen Firma zuordnen.
  • Nur die im offiziellen Formular für Ihren Status verlangten Angaben eintragen.
  • Eingangsbestätigung und endgültige Zuteilung getrennt dokumentieren.
  • Die bestätigte Nummer an zuständige Einkauf-, Versand- und Zollstellen weitergeben.

Nach der Zuteilung: Nummer richtig verwenden

Übernehmen Sie die Nummer aus der behördlichen Bestätigung, nicht aus einem selbst zusammengesetzten Format. Auch wenn ein Beispiel an eine VAT-Nummer erinnert, entsteht durch das Anhängen von Ziffern keine gültige EORI. Vermeiden Sie außerdem die Verwechslung mit der deutschen Steuernummer, Umsatzsteuer-Identifikationsnummer oder einer Sendungsreferenz.

Planen Sie vor der ersten Lieferung einen gemeinsamen Datenabgleich mit dem Zollagenten. Dieser sollte bestätigen, welche EORI für welches Feld benötigt wird. Legen Sie eine eindeutige interne Bezeichnung wie „GB-EORI des Importeurs“ fest, statt mehrere Nummern ohne Rollenbeschreibung weiterzureichen. Das erleichtert Rückfragen und reduziert falsche Zuordnungen.

Eine Registrierung beseitigt nicht automatisch alle übrigen Voraussetzungen. Warenbeschreibung, Zollverfahren, Vertretung und gegebenenfalls weitere Registrierungen bleiben separat zu prüfen. Melden Sie spätere Änderungen der Unternehmensdaten über die vorgesehenen behördlichen Wege. Für einen unmittelbar bevorstehenden Transport sollten Sie keinen Antrag auf den letzten Moment verschieben: Formulare lassen sich schnell ausfüllen, die gesamte Vorbereitung und eine mögliche zusätzliche Prüfung brauchen jedoch einen realistischen Zeitpuffer.

Fazit

Die GB-EORI ist eine wichtige Identifikation für britische Zollvorgänge. Der behördliche Antrag ist kostenlos; zusätzliche Prüfungen können Zeit beanspruchen. Prüfen Sie zunächst den tatsächlichen Registrierungsbedarf und für Nordirland die gesonderten Regeln. Eine zugeteilte Nummer ersetzt weder die erforderliche Zollanmeldung noch die Prüfung Ihrer Vertretung und Verfahren.

Häufige Fragen

Ist die GB-EORI kostenlos?

Der behördliche Antrag ist kostenlos. Wenn Sie einen privaten Dienstleister mit Unterstützung beauftragen, können dessen eigene Gebühren entstehen. Prüfen Sie daher, ob Sie den offiziellen Antrag selbst ausfüllen können.

Braucht jedes deutsche Unternehmen eine GB-EORI?

Nein, das lässt sich nicht allein aus einer Lieferung nach Großbritannien ableiten. Unternehmenssitz, Tätigkeit und Rolle im Zollverfahren sind entscheidend. Klären Sie den Bedarf und eine mögliche Zollvertretung vor dem Antrag.

Garantiert die EORI eine schnelle Zollfreigabe?

Nein. Die EORI identifiziert den Beteiligten. Vollständige Anmeldungen, korrekte Warenangaben und alle weiteren Voraussetzungen sind weiterhin nötig. Kontrollen und Rückfragen können auch mit gültiger EORI auftreten.

Ist für Nordirland immer eine XI-EORI nötig?

Nein. Prüfen Sie die konkrete Tätigkeit und ob eine vorhandene EU-EORI ausreicht. Falls eine XI-EORI benötigt wird, gelten die besonderen GOV.UK-Antragsvoraussetzungen; setzen Sie GB und XI nicht gleich.

chevron-rightarrow-right