FMCG steht für Fast Moving Consumer Goods: Konsumgüter mit schnellem Warenumschlag, häufigem Kauf und meist vergleichsweise kurzer Verweildauer im Lager oder Regal. Dazu zählen viele Lebensmittel, Getränke, Drogerie-, Haushalts- und Körperpflegeprodukte.
| Kategorie | Beispiele | Logistische Besonderheit |
|---|---|---|
| Lebensmittel | Konserven, Snacks, Molkereiprodukte | MHD, Charge, teilweise Kühlung |
| Getränke | Wasser, Säfte, Bier | hohes Gewicht, Mehrweg, Saisonspitzen |
| Körperpflege | Shampoo, Zahnpasta, Kosmetik | Variantenvielfalt, Aktionsgeschäft |
| Haushalt | Reinigungsmittel, Papierwaren | Gefahrstoffprüfung oder großes Volumen |
| Tierbedarf | Futter, Hygieneprodukte | Gewicht, Geruchsschutz, Chargen |
Nicht jedes Konsumgut ist automatisch FMCG. Hochpreisige, selten gekaufte und langlebige Produkte wie Möbel oder große Elektrogeräte gehören typischerweise nicht dazu.
Die Logistik muss deshalb große Mengen zuverlässig bewegen und gleichzeitig Fehler pro Einheit minimieren. Kleine Abweichungen bei Bestand, Prognose oder Kommissionierung skalieren schnell zu hohen Gesamtverlusten.
Absatzprognosen berücksichtigen Wochentage, Wetter, Saison, Aktionen und regionale Unterschiede. Lieferanten müssen rechtzeitig Kapazität und Material bereitstellen, ohne unnötige Überbestände aufzubauen.
Schnelldreher werden in gut erreichbaren Zonen platziert. Automatisierung, eindeutige Stammdaten und Scanprozesse erhöhen Geschwindigkeit und Bestandsgenauigkeit. Beim Kommissionieren sind Charge, MHD und Verpackungseinheit besonders wichtig.
Ein Distributionszentrum bündelt Ware und versorgt Filialen oder andere Lager nach kurzen Takten. Standardisierte Palettenhöhen, Zeitfenster und elektronische Avisdaten reduzieren Warte- und Prüfzeiten.
Hohe Auslastung und verlässliche Transitzeit sind entscheidend. Temperaturgeführte Ware, Aktionsartikel und knappe Bestände verlangen zusätzliche Kontrolle. Ein günstiger Transport hilft wenig, wenn verspätete Ware zu Regallücken oder Abschriften führt.
| KPI | Aussage |
|---|---|
| Servicegrad | Anteil bedarfsgerecht erfüllter Nachfrage |
| Out-of-Stock-Rate | Häufigkeit fehlender Ware |
| Bestandsumschlag | Geschwindigkeit des Bestandsabbaus |
| Forecast Accuracy | Qualität der Absatzprognose |
| On Time In Full | vollständige und pünktliche Lieferung |
| Abschriftenquote | Verlust durch Verderb, Schaden oder Überbestand |
Kennzahlen sollten gemeinsam betrachtet werden: Extrem niedrige Bestände verbessern Kapitalbindung, können aber Verfügbarkeit und Transporteffizienz verschlechtern.
Aktionen erzeugen kurzfristige Spitzen. Verderbliche Waren benötigen FEFO-Prozesse. Retouren und Mehrweggebinde müssen in Gegenrichtung gesteuert werden. Gleichzeitig erhöhen Sortimentsbreite, E-Commerce und kleine Bestellmengen die Komplexität. Transparente Bestände und durchgängige Identifikation sind deshalb zentrale Voraussetzungen.
CPG bezeichnet allgemein verpackte Konsumgüter. FMCG betont besonders schnellen Umschlag und häufigen Wiederkauf; die Begriffe überschneiden sich stark.
Meist nicht im engeren Sinn. Mode kann schnell drehen, hat aber andere Saison-, Varianten- und Retourenstrukturen.
Viele Produkte haben geringe Stückmargen. Verfügbarkeit, Auslastung, geringe Fehlerquoten und kurze Durchlaufzeiten entscheiden deshalb wesentlich über die Wirtschaftlichkeit.
Fachlicher Prüfstand: 10.08.2026. Ergänzende Standards für Identifikation und Rückverfolgbarkeit: GS1 Global Traceability Standard.