Ein Tablarlager ist ein hochflexibles Lagersystem, das meist als fixer Bestandteil von Automatischen Kleinteilelagern (AKL) eingesetzt wird. Das entscheidende Merkmal: Als Ladungsträger dienen keine klassischen Boxen oder Paletten, sondern sogenannte Tablare (engl. Trays). Dabei handelt es sich um flache, meist aus Metall oder robustem Kunststoff gefertigte Platten oder flache Kästen.
Der große Vorteil dieses Systems liegt in seiner universellen Einsetzbarkeit. Da Tablare eine durchgehende, stabile Oberfläche bieten, können auf ihnen Güter gelagert werden, die aufgrund ihrer unregelmäßigen Geometrie, sensiblen Oberfläche oder mangelnden Stapelbarkeit nicht für herkömmliche Behälter- oder Regallager geeignet sind. Für den anschließenden Speditions- und Stückgutversand spielen Tablarlager eine Schlüsselrolle bei der schnellen und fehlerfreien Kommissionierung von Kleinteilen.
Warum setzen moderne Logistikzentren auf Tablare? Das visuelle Element zeigt die operativen Hauptvorteile auf einen Blick:
Egal ob lange Rohre, runde Bauteile oder lose Kleinteile: Da keine starren Seitenwände stören, nutzt das Tablar jeden Millimeter optimal aus.
Tablare besitzen standardisierte Außenmaße. Automatische Regalbediengeräte (RBG) können sie dadurch in rasanter Geschwindigkeit ein- und auslagern.
Durch das "Ware-zu-Schmuck"-Prinzip verkürzen sich die Pickzeiten im Lager massiv. Ihre Ware ist schneller transportbereit auf Palette verpackt.
In der Intralogistik wird das Tablarlager häufig mit dem klassischen Behälterlager (z. B. Eurokisten/KLT) verglichen. Obwohl beide Systeme im automatischen Kleinteilelager (AKL) vorkommen, unterscheiden sie sich in der Praxis deutlich:
| Kriterium | Tablarlager (Tray) | Behälterlager (Bin/Box) |
|---|---|---|
| Ladungsträger | Flache Platten aus Metall oder Kunststoff ohne hohe Wände. | Geschlossene Boxen, Eurokisten oder Kleinladungsträger (KLT). |
| Gut-Geometrie | Ideal für unregelmäßige, lange oder sperrige Formen. | Nur für Schüttgut oder Waren, die exakt in die Boxenabmessung passen. |
| Volumennutzung | Sehr hoch, da kein Raum durch dicke Behälterwände verloren geht. | Durch feste Wandhöhen wird bei Teilbefüllung oft Luft gelagert. |
| Sicherung | Waren müssen bei schnellen Kurvenfahrten oft fixiert werden (z. B. über Dorne oder Mulden). | Wände bieten automatischen Schutz gegen Herausfallen. |
Aus Sicht einer Transportspedition wie DAGO Express ist das Tablarlager ein regelrechter Beschleuniger für die Lieferkette. Wenn Großhändler, E-Commerce-Unternehmen oder Industriezulieferer ihre Ersatz- und Kleinteile in Tablarlagern organisieren, sinkt die Fehlerquote beim Pickprozess gegen Null. Für den Versand bedeutet das:
Es gibt keinen funktionalen Unterschied. „Tablar“ ist der etablierte deutsche Fachbegriff in der Intralogistik, während im internationalen Sprachgebrauch und bei modernen, softwaregesteuerten Systemen meist vom „Tray“ gesprochen wird.
Ein Tablarsystem lohnt sich vor allem dann, wenn Ihr Artikelsortiment extrem heterogen ist – Sie also gleichzeitig lange Werkzeuge, kreisrunde Dichtungen und empfindliche Elektronikplatinen lagern müssen, die sich nicht in Standard-Plastikkisten zwängen lassen.
Nein, Tablare sind rein interne Ladungsträger der Lagertechnik und verbleiben im automatischen Regalsystem. Für den externen Speditionsversand werden die entnommenen Waren an den Packstationen auf klassische Transportträger wie Europaletten, Einwegpaletten oder in Versandkartons umgepackt.