Der House Air Waybill (HAWB) ist ein Luftfrachtbrief, der von einem konsolidierenden Spediteur (Freight Forwarder) für den tatsächlichen Einzelsender (Shipper) einer Ware ausgestellt wird. Er dient als Übernahmebestätigung der Fracht sowie als Beförderungsvertrag zwischen dem Kunden und dem Spediteur.
Da Speditionen im weltweiten Luftverkehr meist die Sendungen vieler verschiedener Kunden zu einer großen Sammelladung zusammenfassen, erhält jeder einzelne Kunde für seine Teilsendung eine eigene HAWB.
Ein häufiges Missverständnis liegt in der Abgrenzung von HAWB und MAWB. Während beide Dokumente den Richtlinien der IATA (International Air Transport Association) unterliegen, unterscheiden sie sich grundlegend in ihren Vertragsparteien und rechtlichen Bindungen:
Da der House Air Waybill ein offizielles Kontrolldokument für den internationalen Warenverkehr und die Zollbehörden ist, müssen zwingend standardisierte Daten enthalten sein:
Identifikationsdaten: Name und Anschrift des tatsächlichen Absenders und Empfängers.
Flughafendaten: Drei-Letter-Codes (IATA-Codes) des Abflug- und Zielflughafens.
Warenbeschreibung: Genaue Deklaration der Güter, Anzahl der Packstücke, Abmessungen und das Rohgewicht (Gross Weight).
Abrechnungsdaten: Angabe der Frachtrate, anfallende Nebengebühren sowie der Vermerk, ob die Fracht im Voraus bezahlt wurde (Prepaid) oder erst beim Empfänger erhoben wird (Collect).
HAWB-Nummer: Eine eindeutige, vom Spediteur vergebene Nummer zur lückenlosen Sendungsverfolgung (Tracking).
Bei der Einfuhrverzollung im Bestimmungsland fordern die Zollbeamten in der Regel die HAWB anstelle der MAWB an. Der Grund ist einfach: Die MAWB listet als Empfänger lediglich das logistische Partnerdepot der Spedition auf. Um jedoch zu prüfen, wer die tatsächliche Ware einführt, welche Zölle anfallen und ob Einfuhrverbote vorliegen, ist die Detaillierung der HAWB unumgänglich.