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Großraumtransport: Definition und Beispiele

Was ist ein Großraumtransport?

Ein Großraumtransport (häufig in Kombination mit dem Begriff Schwertransport genannt) bezeichnet eine Transportart im Güterkraftverkehr, bei der die Ladung oder das transportierende Fahrzeug die gesetzlich zulässigen Maße bezüglich der Länge, Breite oder Höhe überschreitet. Im Gegensatz zum Schwertransport steht beim reinen Großraumtransport nicht das extreme Gewicht im Vordergrund, sondern das überdimensionale Volumen der Fracht.

Typische Güter für einen Großraumtransport sind beispielsweise Windkraftanlagen-Flügel, vorgefertigte Brückenbauteile, große Industrie-Tanks, unzerlegbare Maschinenkomponenten oder ganze Fertighaus-Segmente. Da diese Transporte den regulären Straßenverkehr beeinflussen, unterliegen sie in Deutschland und Europa strengen behördlichen Genehmigungspflichten.

Die rechtlichen Grundlagen und Genehmigungen

Ein Großraumtransport darf in Deutschland nicht einfach am regulären Verkehr teilnehmen. Die rechtlichen Hürden sind präzise im Gesetz verankert. Um eine Genehmigung zu erhalten, müssen Speditionen nachweisen, dass die Ladung unzerlegbar ist (d. h. sie kann nicht in mehrere kleinere Transporte aufgeteilt werden).

Folgende Genehmigungen und Vorschriften sind zwingend erforderlich:

  • § 29 Abs. 3 StVO (Übermäßige Straßenbenutzung): Regelt die Erlaubnis für Fahrzeuge, deren Abmessungen das gesetzliche Maß überschreiten.

  • § 70 StVZO (Ausnahmegenehmigung): Erforderlich, wenn das Fahrzeug selbst (auch ohne Ladung) nicht den Bauvorschriften entspricht (z. B. Spezial-Tieflader).

  • VEMAGS: Das bundeseinheitliche Online-Verfahren, über das Speditionen die Anträge bei den zuständigen Behörden digital einreichen und prüfen lassen.

Übersicht der Begleit- und Sicherheitsmaßnahmen

Je nach den finalen Abmessungen des Großraumtransports schreiben die Behörden im Genehmigungsbescheid bestimmte Sicherheitsvorkehrungen vor, um den restlichen Straßenverkehr zu schützen.

Ablauf eines Großraumtransports in der Praxis

Die Durchführung eines solchen Spezialtransports erfordert präzise Logistikarbeit im Hintergrund und unterscheidet sich grundlegend von Standard-Frachten:

  1. Streckenprüfung (Routenplanung): Die Spedition prüft die Strecke vorab digital und physisch auf Hindernisse wie niedrige Brücken, enge Kreisverkehre, Baustellen oder Traglastbeschränkungen von Brücken.

  2. Einholung der Genehmigungen: Der Antrag wird über das VEMAGS-Portal gestellt. Die Bearbeitung durch die Behörden und Anhörung der betroffenen Kommunen kann je nach Bundesland mehrere Tage bis Wochen dauern.

  3. Vorbereitung des Equipments: Auswahl des passenden Aufliegers (z. B. Semitieflader, Tiefbett-Auflieger oder ausziehbare Megatrailer) sowie die Bereitstellung der Begleitfahrzeuge.

  4. Durchführung (Meist Nachts): Um den Verkehrsfluss nicht zu gefährden, bewegen sich extrem große Transporte meist in den verkehrsarmen Nachtstunden ans Ziel.

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