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Frachtvertrag: Definition und Beispiele

Wer gewerblich Waren, Paletten oder Sperrgut über eine Spedition transportieren lässt, schließt automatisch einen Frachtvertrag ab. Doch was genau regelt dieser Vertrag, welche gesetzlichen Vorschriften gelten in Deutschland und wo liegen die Unterschiede zu anderen Transportdokumenten?

In diesem Leitfaden erfahren Sie alles über die rechtlichen Grundlagen des Frachtvertrags nach dem Handelsgesetzbuch (HGB) und wie moderne Digitalspeditionen wie DAGO Express diesen Prozess für Sie rechtssicher und unkompliziert abbilden.

Was ist ein Frachtvertrag? (Definition nach § 407 HGB)

Der Frachtvertrag ist ein gegenseitiger schuldrechtlicher Vertrag, durch den sich ein Frachtführer (die Spedition oder das Transportunternehmen) verpflichtet, ein Gut zum Bestimmungsort zu befördern und dort an den Empfänger abzuliefern. Im Gegenzug verpflichtet sich der Absender (der Auftraggeber), das vereinbarte Entgelt – die sogenannte Fracht – zu zahlen.

Die gesetzliche Basis im deutschen Recht bilden die §§ 407 bis 452 des Handelsgesetzbuches (HGB). Gut zu wissen: Ein Frachtvertrag ist grundsätzlich formfrei. Er kann schriftlich, mündlich oder – wie bei DAGO Express üblich – durch eine digitale Online-Buchung rechtsgültig geschlossen werden.

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Pflichten des Absenders

  • Zahlung der Fracht: Vergütung des vereinbarten Transportpreises.
  • Beförderungssichere Verpackung: Schutz der Ware gegen transporttypische Belastungen.
  • Informationspflicht: Richtige Angabe von Maßen, Gewicht, Adressen und Gefahrgut-Hinweisen (ADR).
  • Kennzeichnung: Deutliche Beschriftung der Packstücke (Labels).

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Pflichten des Frachtführers

  • Beförderungspflicht: Sicherer und termingerechter Transport zum Zielort.
  • Ablieferungspflicht: Übergabe der Fracht an den rechtmäßigen Empfänger.
  • Obhutspflicht: Haftung für Verlust oder Beschädigung der Ware im Zeitraum von der Übernahme bis zur Ablieferung.
  • Ladesichere Bereitstellung: Fachgerechtes Verstauen und Sichern im Laderaum des Lkw.

Frachtvertrag vs. Frachtbrief: Wo liegt der Unterschied?

In der Praxis werden die Begriffe oft verwechselt. Ein Frachtvertrag regelt das Rechtsverhältnis (das „Abkommen“) zwischen den Parteien. Ein Frachtbrief (bzw. der internationale CMR-Frachtbrief) ist hingegen ein physisches oder digitales Dokument, das den Transport begleitet.

Die folgende Tabelle zeigt die Unterschiede im direkten Vergleich:

Gesetzliche Haftung: Was passiert bei Transportschäden?

Ein zentraler Bestandteil des Frachtvertragsrechts ist die Haftung. Nach § 425 HGB haftet der Frachtführer für Schäden, die zwischen der Übernahme des Gutes und der Auslieferung entstehen (Obhutshaftung).

  • Haftungsbegrenzung: Die gesetzliche Haftung im nationalen Straßengüterverkehr ist standardmäßig auf 8,33 Sonderziehungsrechte (SZR) pro Kilogramm des beschädigten oder verlorenen Gutes begrenzt. Das SZR ist eine künstliche Währungseinheit, deren Wert täglich schwankt (ca. 10 bis 11 Euro je kg).

  • Haftungsausschluss: Der Frachtführer haftet nicht, wenn der Schaden durch die Schuld des Absenders (z. B. mangelhafte Verpackung) oder durch unabwendbare Ereignisse (höhere Gewalt) verursacht wurde.

Tipp für Verlader: Da die gesetzliche Kilogramm-Haftung bei leichten, aber hochedlen Gütern (wie Elektronik oder Markenkleidung) oft nicht den realen Warenwert abdeckt, bietet Ihnen DAGO Express bei jeder Online-Buchung die Option, eine zusätzliche Transportversicherung mit wenigen Klicks abzuschließen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Frachtvertrag

Wann genau kommt der Frachtvertrag bei einer Online-Spedition zustande?

Bei DAGO Express kommt der Frachtvertrag zustande, sobald Sie Ihre Transportdaten eingegeben haben, den Festpreis akzeptieren und die Bestellung absenden. Sie erhalten direkt im Anschluss eine automatisierte Buchungsbestätigung per E-Mail.

Was sind die ADSp und welche Rolle spielen sie?

Die Allgemeinen Deutschen Spediteurbedingungen (ADSp) sind ein unverbindliches Klauselwerk der deutschen Logistikverbände. Die meisten Speditionen – so auch DAGO Express – legen die ADSp als Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) dem Frachtvertrag zugrunde. Sie ergänzen das HGB und regeln Detailfragen zu Standzeiten, Haftungserweiterungen und Pfandrechten.

Kann ein Frachtvertrag storniert werden?

Ja. Nach § 415 HGB hat der Absender das Recht, den Frachtvertrag jederzeit zu kündigen (Stornierung). Tritt der Absender vom Vertrag zurück, ohne dass die Spedition dies verschuldet hat, steht dem Frachtführer jedoch eine angemessene Vergütung (die sogenannte „Fautfracht“ bzw. Stornogebühr) zu, um bereits entstandene Dispositionskosten zu decken.

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