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Überladung von LKW, PKW und Anhängern

Überladung von LKW, PKW und Anhängern

Überladung zählt zu den häufigsten und zugleich gefährlichsten Fehlern im Straßenverkehr. Sobald das zulässige Gesamtgewicht eines Fahrzeugs überschritten wird, steigt das Unfallrisiko deutlich. Gleichzeitig drohen hohe Bußgelder, Punkte sowie Fahrverbote. Besonders kritisch ist die Kombination aus falscher Beladung und unzureichender Ladungssicherung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Überladung entsteht durch Überschreiten des zulässigen Gesamtgewichts (zGG)
  • Bremsweg, Fahrverhalten und Fahrzeugkontrolle verschlechtern sich deutlich
  • Auch Achslasten und Anhängelasten müssen eingehalten werden
  • Bußgelder steigen mit dem prozentualen Überladungsgrad
  • Richtige Ladungssicherung ist gesetzlich vorgeschrieben

Was passiert bei Überladung eines Fahrzeugs?

Bei Überladung verlängert sich der Bremsweg, das Fahrzeug wird instabil und schwer lenkbar. Zudem drohen Bußgelder, Punkte in Flensburg und im Extremfall ein Fahrverbot oder sogar strafrechtliche Konsequenzen bei Unfällen.

Gefahren und Auswirkungen von Überladung

Überladung stellt eine der größten Gefahren im Straßenverkehr dar. Sobald das zulässige Gesamtgewicht überschritten wird, verändert sich das gesamte Fahrverhalten. Der Bremsweg verlängert sich deutlich, da mehr Masse abgebremst werden muss. Dadurch steigt das Risiko von Auffahrunfällen erheblich. Gleichzeitig reagiert das Fahrzeug träger auf Lenkbewegungen. Besonders in Kurven kann es ins Schlingern geraten oder sogar umkippen.

Auch die Technik leidet unter zu hoher Last. Reifen können durch Überdruck platzen, was zu plötzlichem Kontrollverlust führt. Zudem wird der Motor stärker belastet, was langfristig Schäden verursachen kann. Bei Notbremsungen kann das Fahrzeug instabil werden. Dadurch steigt die Gefahr für alle Verkehrsteilnehmer.

Neben der eigenen Sicherheit ist auch die Umwelt betroffen. Ein überladenes Fahrzeug verbraucht mehr Kraftstoff und stößt mehr Emissionen aus. Deshalb ist Überladung nicht nur ein Sicherheitsproblem, sondern auch ein Umweltfaktor.

Zulässige Gesamtgewichte laut StVO

Das zulässige Gesamtgewicht (zGG) ist der wichtigste Wert zur Bestimmung der maximalen Zuladung. Es steht im Fahrzeugschein und darf nicht überschritten werden. Für Pkw gelten klare Grenzen. Leichte Pkw dürfen unter 2,8 Tonnen liegen. Schwere Pkw wie Transporter dürfen bis zu 3,5 Tonnen erreichen.

Bei Anhängern gelten zusätzliche Regeln. Ein Fahrzeug unter 3,5 Tonnen darf einen Anhänger bis 750 kg ziehen. Ist der Anhänger schwerer, darf er das Eigengewicht des Zugfahrzeugs nicht überschreiten. Zudem darf die Gesamtmasse von Fahrzeug und Anhänger 3,5 Tonnen nicht übersteigen.

Für Lkw gelten deutlich höhere Grenzwerte. Ein leichter Lkw darf bis 7,5 Tonnen wiegen. Schwere Lkw erreichen ohne Anhänger bis 18 Tonnen. Mit Anhänger steigen die Grenzen je nach Achsenzahl.

FahrzeugkombinationZulässiges Gesamtgewicht
Leichter Lkwbis 7,5 t
Schwerer Lkwbis 18 t
Lkw + 2-achsiger Anhänger18 t
Lkw + 3-achsiger Anhänger25 t
Lkw + 4-achsiger Anhänger36 t
Lkw + 5- oder 6-achsiger Anhänger40 t
Sattelzug (3 Achsen + Anhänger)44 t

Diese Werte sind verbindlich und müssen unbedingt eingehalten werden.

Überladung im Pkw und Anhänger vermeiden

Um Überladung im Pkw zu vermeiden, solltest du das Gesamtgewicht genau berechnen. Dazu ziehst du das Leergewicht vom zulässigen Gesamtgewicht ab. Das Ergebnis ist die maximale Zuladung. Dabei müssen alle Insassen berücksichtigt werden.

Auch Zusatzbeladung spielt eine Rolle. Dachboxen oder Fahrradträger erhöhen das Gewicht zusätzlich. Viele Fahrzeuge haben eine Dachlastgrenze. Diese liegt oft zwischen 50 und 75 Kilogramm. Wird sie überschritten, kann das Fahrzeug instabil werden.

Wenn du unsicher bist, kannst du dein Fahrzeug wiegen lassen. Das ist auf Wertstoffhöfen oder Lkw-Waagen möglich. Die Kosten liegen meist zwischen 5 und 15 Euro.

Bei Anhängern ist zusätzlich die Anhängelast entscheidend. Diese steht im Fahrzeugschein.

  • Gebremste Anhängelast: Nummer 28 oder O.1
  • Ungebremste Anhängelast: Nummer 29 oder O.2

Auch die Stützlast ist wichtig. Sie sollte möglichst ausgeschöpft, aber nie überschritten werden. Eine falsche Stützlast kann das Gespann instabil machen.

Achslast und Lastverteilung richtig berechnen

Neben dem Gesamtgewicht spielt die Achslast eine zentrale Rolle. Sie beschreibt, wie sich das Gewicht auf die Achsen verteilt. Eine falsche Verteilung kann das Fahrzeug gefährlich machen.

Die Berechnung erfolgt nach folgender Formel:
Achslast = (Leergewicht + Ladung – Stützlast) / Anzahl der Achsen

Diese Formel gilt für viele Anhängerarten. Bei speziellen Konstruktionen gelten jedoch andere Regeln.

Für Lkw gelten gesetzlich festgelegte Achslasten:

AchsenartMax. Achslast
Einachsig10 t
Angetrieben11,5 t
Doppelachse <1 m11 t
Doppelachse 1–1,29 m16 t
Doppelachse 1,3–1,79 m18 t
Doppelachse ≥1,8 m20 t
Dreiachser <1,3 m21 t
Dreiachser bis 1,4 m24 t

Bei Lkw ist die Lastverteilung besonders wichtig. Deshalb arbeiten Speditionen oft mit speziellen Programmen. Diese berechnen die optimale Verteilung der Ladung.

Bußgelder und Strafen bei Überladung

Überladung wird streng geahndet. Die Höhe der Strafe richtet sich nach dem Prozentsatz der Überschreitung.

Bußgelder für Lkw (Fahrer):

  • 2–5 %: 30 €
  • über 5 %: 80 € + 1 Punkt
  • 10 %: 110 €
  • 15 %: 140 €
  • 20 %: 190 €
  • 25 %: 285 €
  • 30 %: 380 €

Bußgelder für Halter:

  • 2–5 %: 35 €
  • über 5 %: 140 € + 1 Punkt
  • bis 30 %: bis 425 €

Bußgelder für Pkw:

  • über 5 %: 10 €
  • 10 %: 30 €
  • 15 %: 35 €
  • 20 %: 95 € + 1 Punkt
  • 25 %: 140 €
  • 30 %: 235 €

Bei schwerer Überladung kann die Weiterfahrt untersagt werden. Kommt es zu einem Unfall, drohen sogar strafrechtliche Konsequenzen.

Ladungssicherung als Pflicht im Straßenverkehr

Neben dem Gewicht ist die Ladungssicherung entscheidend. Laut Straßenverkehrsordnung (StVO) §22 darf Ladung nicht verrutschen oder herabfallen. Sie muss sicher befestigt sein.

Zusätzlich gelten Richtlinien wie VDI 2700 und DIN EN Normen. Diese definieren die korrekte Sicherung von Ladung.

Im Pkw gilt eine einfache Regel. Schwere Gegenstände gehören nach unten. Außerdem sollten sie möglichst nah an der Rückbank liegen. In Kombis empfiehlt sich ein Trenngitter oder Netz.

Ungesicherte Ladung wird bei einer Vollbremsung zum Geschoss. Das kann lebensgefährlich sein. Deshalb ist Ladungssicherung genauso wichtig wie das richtige Gewicht.

Gefahren im Ausland: Überladung über deutsche Grenzen hinaus

Wer mit dem Fahrzeug die Grenze passiert, sollte die Überladung peinlich genau vermeiden, da die Bußgelder in europäischen Nachbarländern oft massiv höher ausfallen als in Deutschland. In Ländern wie Österreich oder der Schweiz gibt es keine einheitliche Toleranzgrenze; hier drohen bereits bei geringfügigen Verstößen dreistellige Beträge oder die sofortige Stilllegung des Fahrzeugs.

Besonders bei Wohnmobilen und Gespannen kontrolliert die Auslandspolizei in der Ferienzeit verstärkt das zulässige Gesamtgewicht. Informieren Sie sich vor Reiseantritt unbedingt über die länderspezifischen Vorschriften, um empfindliche Strafen und das Entladen an Ort und Stelle zu verhindern.

Der Einfluss von Überladung auf den Versicherungsschutz

Eine oft unterschätzte Folge der Überladung betrifft den Versicherungsschutz im Falle eines Unfalls. Wenn nachgewiesen wird, dass das Fahrzeug überladen war, kann die Kfz-Haftpflichtversicherung den Fahrer wegen grober Fahrlässigkeit in Regress nehmen.

Das bedeutet, dass die Versicherung zwar den Schaden des Unfallgegners reguliert, sich die Kosten jedoch bis zu einer gesetzlichen Grenze vom Versicherten zurückholt. In der Kaskoversicherung kann eine deutliche Überschreitung des zulässigen Gesamtgewichts sogar zur vollständigen Leistungsverweigerung führen, da das Risiko durch das veränderte Brems- und Lenkverhalten unzulässig erhöht wurde.

Achslast vs. Gesamtgewicht: Die Tücken der Gewichtsverteilung

Bei der Kontrolle auf Überladung prüfen Behörden nicht nur das zulässige Gesamtgewicht (zGG), sondern zunehmend auch die einzelnen Achslasten. Ein Fahrzeug kann laut Waage unter dem zulässigen Gesamtgewicht liegen und dennoch rechtlich überladen sein, wenn eine einzelne Achse – meist die Hinterachse durch schwere Beladung im Kofferraum – überbeansprucht wird.

Diese ungleichmäßige Verteilung gefährdet die Verkehrssicherheit, da die Vorderachse den Bodenkontakt verlieren kann und somit die Lenk- und Bremsfähigkeit eingeschränkt wird. Achten Sie daher beim Beladen darauf, schwere Gegenstände möglichst tief und mittig zwischen den Achsen zu platzieren.

Fazit

Überladung ist kein Kavaliersdelikt, sondern ein ernstes Sicherheitsrisiko. Schon wenige Prozent zu viel Gewicht können das Fahrverhalten massiv verschlechtern. Gleichzeitig drohen empfindliche Strafen und Fahrverbote. Wer die Regeln zu Gesamtgewicht, Achslast und Ladungssicherung kennt, fährt sicherer und vermeidet Kosten. Besonders wichtig ist eine korrekte Gewichtsberechnung vor jeder Fahrt. So schützt du dich, andere Verkehrsteilnehmer und dein Fahrzeug nachhaltig.

Quellen:

FAQ

Ab wann gilt ein Fahrzeug als überladen?

Ein Fahrzeug gilt als überladen, sobald das im Fahrzeugschein eingetragene zulässige Gesamtgewicht durch Beladung oder Personen überschritten wird. Auch die Überschreitung der maximal zulässigen Achslasten führt rechtlich zu einer Überladung.

Wie hoch ist die Toleranzgrenze bei einer Überladung in Deutschland?

In Deutschland wird bei PKW und Anhängern meist erst ab einer Überschreitung von 5 Prozent ein Bußgeld erhoben. Dennoch kann die Polizei die Weiterfahrt bereits bei geringeren Werten untersagen, bis das Übergewicht ausgeladen wurde.

Welche Strafen drohen bei einer Überladung über 20 Prozent?

Bei einer Überladung von mehr als 20 Prozent sieht der Bußgeldkatalog für den Fahrer eines PKW ein Bußgeld von 95 Euro und einen Punkt in Flensburg vor. Handelt es sich um einen LKW oder ein gewerbliches Fahrzeug, fallen die Beträge deutlich höher aus.

Werden bei einer Überladung auch Punkte in Flensburg fällig?

Ja, ab einer Überschreitung des zulässigen Gesamtgewichts von mehr als 20 Prozent wird in der Regel ein Punkt im Fahreignungsregister eingetragen. Bei gewerblichen Güterkraftverkehr-Transporten kann ein Punkt bereits früher fällig werden.

Kann die Versicherung bei einem Unfall durch Überladung die Zahlung verweigern?

Die Haftpflichtversicherung zahlt den Schaden des Gegners, kann den Fahrer aber bei grober Fahrlässigkeit mit bis zu 5.000 Euro in Regress nehmen. Die eigene Kaskoversicherung kann die Leistung für den eigenen Schaden sogar komplett kürzen.

Wie wirkt sich Überladung auf das Bremsverhalten aus?

Durch das zusätzliche Gewicht verlängert sich der Bremsweg massiv, da die Bremsanlage für diese Belastung nicht ausgelegt ist. Zudem können die Bremsen bei Bergabfahrten durch die höhere kinetische Energie schneller überhitzen und versagen.

Darf ich mit einem überladenen Anhänger weiterfahren, wenn die Strafe bezahlt ist?

Nein, die Zahlung des Bußgeldes entbindet nicht von der Pflicht, den vorschriftsmäßigen Zustand wiederherzustellen. Die Polizei wird die Weiterfahrt untersagen, bis das Fahrzeug durch Entladen oder Umladen das zulässige Gewicht erreicht hat.

Gilt ein voller Wassertank beim Wohnmobil als Beladung?

Ja, sämtliche mitgeführten Flüssigkeiten, Treibstoffe und fest verbauten Ausrüstungsgegenstände zählen zum tatsächlichen Gesamtgewicht. Beim Wiegen wird das Fahrzeug so gewogen, wie es aktuell auf der Straße steht, inklusive aller Insassen.

Ist der Halter oder der Fahrer für die Überladung verantwortlich?

Grundsätzlich sind beide verantwortlich und können mit einem Bußgeld belegt werden. Während der Fahrer für die sichere Durchführung der Fahrt zuständig ist, muss der Halter die Inbetriebnahme des überladenen Fahrzeugs verhindern.

Wie kann ich eine Überladung ohne Waage erkennen?

Deutliche Anzeichen sind ein tief hängendes Heck, ein schwammiges Lenkverhalten oder das Aufsetzen des Fahrzeugs bei Bodenwellen. Sicherheit bietet jedoch nur das Wiegen auf einer öffentlichen Waage, etwa bei Schrotthändlern oder Entsorgungsbetrieben.

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