Ein Teppichversand will gut vorbereitet sein – nicht nur wegen Größe und Gewicht, sondern auch wegen möglicher Schäden und unnötiger Zusatzkosten. Ob kleiner Wollteppich oder großer Perserteppich: Wer weiß, worauf es beim Versand ankommt, spart Geld und Ärger. Die richtige Verpackung, passende Versandart und lückenlose Dokumentation sind entscheidend für einen sicheren Transport. In diesem Ratgeber erfährst du Schritt für Schritt, was beim Teppichversand wirklich wichtig ist.
Das Wichtigste zum Teppich versenden in Kürze
- Teppich reinigen und in Florrichtung rollen
Nur saubere, korrekt gerollte Teppiche bleiben beim Transport geschützt. - Geeignetes Verpackungsmaterial verwenden
Kraftpapier, Karton und Stretchfolie verhindern Schäden und Schimmelbildung. - Größe und Gewicht exakt messen
Diese Angaben sind entscheidend für die Wahl des Versanddienstleisters. - Paketgrenzen beachten oder Spedition wählen
Große oder schwere Teppiche gelten als Sperrgut oder müssen palettiert werden. - Zollvorgaben beim Auslandversand prüfen
Für Sendungen außerhalb der EU sind Zollpapiere und Einfuhrbestimmungen relevant.
Was muss man beim Teppichversand beachten?
Beim Teppichversand ist auf Reinigung, fachgerechtes Rollen, geeignete Verpackung, exakte Maße, passende Versandart und ggf. Zollvorgaben zu achten.
Teppich richtig vorbereiten und verpacken

Vor dem Versand sollte der Teppich sorgfältig gereinigt werden. Verunreinigungen können sich während des Transports festsetzen oder unangenehme Gerüche verursachen. Für hochwertige Teppiche wie Perser- oder Seidenteppiche ist besondere Vorsicht geboten. Rolle den Teppich stets von der kürzeren Seite her auf, wobei die Florseite nach innen zeigt. So bleibt die empfindliche Oberfläche geschützt. Achte auf die Faserrichtung – bei handgeknüpften Teppichen empfiehlt sich das Rollen in Florrichtung.
Zum Schutz legst du am besten Kraftpapier oder ein sauberes Baumwolltuch auf den Flor. Dies erlaubt dem Material zu atmen und schützt vor Feuchtigkeit. Plastikfolie solltest du nur außen verwenden – sie dient dem Nässeschutz, darf aber nicht direkt auf dem Teppich liegen, um Schimmel zu vermeiden.
Sichere die Rolle mit Paketband oder Stretchfolie, sodass sie sich während des Transports nicht löst. Anschließend verpacke den Teppich möglichst in einem quaderförmigen Karton. Ist das nicht möglich, kannst du ihn mit stabiler Kartonage umwickeln. Wichtig: Für den Versand per Paketdienst muss die Verpackung quaderförmig sein, sonst wird sie als Sperrgut eingestuft.
Maße und Gewicht korrekt bestimmen
Sobald der Teppich verpackt ist, solltest du Länge, Breite (bzw. Durchmesser bei Rollen) und Gewicht messen. Diese Angaben sind essenziell für die Auswahl des geeigneten Versanddienstes und die Berechnung der Versandkosten.
Behalte dabei die Paketgrenzen des jeweiligen Anbieters im Blick. Bei DHL dürfen Pakete zum Beispiel maximal 120 × 60 × 60 cm groß sein. Liegt der Teppich darüber, handelt es sich um Sperrgut. In diesem Fall ist ein Speditionsversand oder der Versand auf Palette notwendig.
Die folgenden Maße dienen zur groben Orientierung:
| Dienstleister | Maximalgröße (cm) | Maximalgewicht (kg) |
| DHL Paket | 120 × 60 × 60 | 31,5 |
| Hermes XL | 120 × 60 × 60 | 31,5 |
| DPD | 175 längste Seite | 31,5 |
| Spedition | individuell | >31,5 |
Mit exakten Maßen und Gewichtsangaben vermeidest du Nachberechnungen oder Rücksendungen.
Die passende Teppich Versandart wählen
Für kleinere Teppiche reicht oft der Versand per normalem Paketdienst. Wichtig ist, dass die Paketmaße eingehalten werden und das Gewicht unterhalb der Grenze liegt. Sobald einer der beiden Faktoren überschritten wird, handelt es sich um Sperrgut. Dann wird der Versand teurer und die Auswahl an Dienstleistern kleiner.
Alternativ kann der Teppich per Spedition versendet werden – entweder als Einzelsendung oder auf Palette. Das empfiehlt sich besonders bei empfindlichen, großen oder schweren Teppichen. Viele Speditionen bieten sogar eine telefonische Avisierung vor der Lieferung an.
Vergleiche die Preise: Je nach Anbieter, Strecke und Versandoption liegen die Kosten zwischen ca. 7 € (Paketdienst national) und über 60 € (Spedition international).
Besonderheiten beim internationalen Versand
Beim Versand in Länder außerhalb der EU gelten besondere Regeln. Zunächst musst du klären, ob für den Teppich Zoll- oder Einfuhrbestimmungen gelten. Dazu zählen Herkunftsnachweise, Handelsrechnungen oder Zollerklärungen.
Innerhalb der EU ist der Teppichversand zollfrei, was den Ablauf deutlich vereinfacht. Für Drittstaaten jedoch ist eine Zollinhaltserklärung Pflicht. Diese enthält Angaben zum Warenwert, zur Beschaffenheit und zum Verwendungszweck.
Achte außerdem auf länderspezifische Verpackungsvorschriften, z. B. bezüglich Holzpaletten oder Schutzmaterialien. Die Versanddauer ist ebenfalls deutlich länger – je nach Land kann der Transport mehrere Wochen dauern.
Gut vorbereitet sparst du Zeit, Geld und Ärger beim Zoll.
Umgang mit Schäden beim Transport
Trotz sorgfältiger Verpackung kann es im Versand zu Beschädigungen kommen. Um in solchen Fällen abgesichert zu sein, ist die richtige Dokumentation entscheidend.
Fotografiere den Teppich vor dem Versand – idealerweise auch die Verpackungsschritte. Kommt das Paket beschädigt an, solltest du das sofort dokumentieren. Fotografiere den Schaden möglichst direkt beim Empfang.
Melde den Vorfall umgehend beim Versanddienstleister und bewahre alle Belege auf. Die Reklamation sollte innerhalb weniger Tage erfolgen. Manche Dienstleister bieten eine Transportversicherung an – bei wertvollen Teppichen ist das empfehlenswert.
Je vollständiger deine Dokumentation, desto höher die Chance auf Erstattung.
Weitere praktische Tipps zum Teppichversand
Einige Versanddienstleister bieten eine Abholung an. Das spart dir den Transport zur Filiale – besonders hilfreich bei großen Teppichen. Auch die Versanddauer solltest du im Blick haben. Innerhalb Deutschlands dauert der Transport meist nur 1–3 Werktage. Beim internationalen Versand kann es deutlich länger dauern, abhängig vom Zielland und der Zollabwicklung.
Achte zudem auf umweltfreundliche Verpackungsmaterialien. Wiederverwendbare Kartons und natürliche Schutzstoffe schonen Ressourcen. Wenn der Teppich eingelagert werden muss, achte auf trockene Lagerbedingungen und belüftete Verpackung.
Plane den Versand rechtzeitig, besonders bei Feiertagen oder internationalen Sendungen.
Wann lohnt sich der Versand per Spedition?
Der Speditionsversand ist sinnvoll, wenn dein Teppich besonders groß, schwer oder wertvoll ist. Auch wenn die Maße die Paketdienstgrenzen überschreiten oder eine quaderförmige Verpackung nicht möglich ist, führt kein Weg an einer Spedition vorbei. Viele Anbieter bieten Abholung, Palettierung und sogar telefonische Avisierung an, was den Versand für den Empfänger planbarer macht. Besonders bei empfindlichen Materialien wie Seide oder antiken Stücken empfiehlt sich der zusätzliche Schutz, den Speditionen bieten können.
Auch wenn die Kosten deutlich über denen eines normalen Paketdiensts liegen – ab etwa 40 € aufwärts –, lohnt sich die Investition im Schadensfall. Achte darauf, die Spedition im Vorfeld über Maße, Gewicht und Beschaffenheit zu informieren, damit sie passende Transportmittel einplanen kann. Bei mehreren Teppichen lohnt sich zudem der Sammelversand auf Palette – das spart Versandkosten pro Stück.
Welche Transportversicherung ist beim Teppichversand sinnvoll?
Je wertvoller dein Teppich, desto wichtiger ist eine passende Transportversicherung. Während viele Paketdienste standardmäßig nur bis 500 € haften, deckt das den Wert hochwertiger Teppiche meist nicht ab. Eine Zusatzversicherung schützt dich im Schadensfall – etwa bei Feuchtigkeit, Bruch oder Verlust. Achte darauf, dass der Versicherungswert dem Wiederbeschaffungswert entspricht und alle Versandrisiken abgedeckt sind.
Einige Anbieter verlangen eine professionelle Verpackung als Voraussetzung für die Auszahlung. Lies daher das Kleingedruckte genau und dokumentiere den Versandvorgang umfassend. Für Speditionssendungen bieten viele Anbieter auch spezielle Warenversicherungen an – diese lassen sich meist individuell anpassen. Ein Vergleich mehrerer Versicherer lohnt sich, um Preis und Deckungsumfang abzuwägen.
Checkliste für den Teppichversand: Schritt für Schritt
- Teppich gründlich reinigen und trocknen lassen.
- In Florrichtung von der kurzen Seite her aufrollen (Flor nach innen).
- Kraftpapier oder Baumwolltuch auflegen, dann mit Stretchfolie umwickeln.
- Rolle mit Paketband sichern, quaderförmig verpacken oder stabil umwickeln.
- Maße und Gewicht exakt messen, Paketgrenzen beachten.
- Versandart wählen: Paketdienst oder Spedition.
- Optional: Transportversicherung abschließen.
- Versandetikett korrekt anbringen und Fotos vom Zustand vor Versand machen.
- Bei internationalem Versand: Zollpapiere vorbereiten.
- Versandbeleg und Zustellnachweis gut aufbewahren.
Fazit
Wer einen Teppich versenden möchte, sollte nichts dem Zufall überlassen. Mit sorgfältiger Verpackung, exakten Maßen und der passenden Versandart lassen sich Schäden und Zusatzkosten vermeiden. Vor allem bei hochwertigen oder großen Teppichen lohnt sich eine durchdachte Planung. So kommt der Teppich sicher und unversehrt beim Empfänger an – egal ob innerhalb Deutschlands oder international.
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