Wer Reifen verschicken möchte – ob mit oder ohne Felgen – muss einige wichtige Dinge beachten. Denn Paketdienste stellen klare Vorgaben an Maße, Gewicht und Verpackung. Schon kleine Fehler können zu Sperrgutzuschlägen oder sogar Transportschäden führen. Wer sich jedoch gut vorbereitet, kann Kosten sparen und den sicheren Versand gewährleisten. In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie Ihre Reifen richtig verpacken, welche Versandregeln gelten und worauf es beim Schadensfall ankommt.
Das Wichtigste in Kürze
- Reifen ohne Felgen dürfen meist ohne Karton versendet werden – aber nur gut umwickelt.
- Reifen mit Felgen müssen in stabile Kartonage mit Polsterung verpackt werden.
- Maße und Gewicht: Max. Gurtmaß 300 cm, Maximalgewicht meist 40 kg.
- Versandaufkleber muss fest und gut sichtbar angebracht werden.
- Versicherung: Haftung im Schadensfall meist bis 500 €.
Was muss man beim Versand von Reifen beachten?
Beim Versand von Reifen ist auf die richtige Verpackung, Einhaltung der Maß- und Gewichtsvorgaben sowie die sichere Anbringung des Versandaufklebers zu achten. Auch die Versicherungsbedingungen und mögliche Sperrgutzuschläge sollten im Vorfeld geprüft werden.

So verpackt man Reifen sicher für den Versand
Eine korrekte Verpackung ist entscheidend, um Schäden zu vermeiden und einen reibungslosen Transport zu gewährleisten.
- Reinigung und Trocknung: Säubere deine Reifen gründlich von Schmutz und Steinen. Die Reifen müssen vollständig trocken sein, bevor du sie verpackst.
- Verpackungsmaterial: Besorge dir ausreichend Stretchfolie, Klebeband und eventuell einen stabilen Karton. Bei Kompletträdern (mit Felgen) ist eine zusätzliche Polsterung der Felgen wichtig, um Kratzer zu vermeiden.
- Wickeln: Beginne, jeden Reifen einzeln straff mit der Stretchfolie zu umwickeln. Achte darauf, dass die gesamte Lauffläche und die Flanken abgedeckt sind.
- Bündeln: Um Platz und Kosten zu sparen, kannst du zwei Reifen mit der Folie bündeln.
- Adressierung: Klebe den Versandschein gut sichtbar und fest auf die Lauffläche des Reifens. Verwende starkes Klebeband, damit er sich nicht löst.
Versand von Reifen vs. Kompletträdern
Die Unterschiede in der Verpackung
Viele fragen sich, ob es einen Unterschied macht, ob sie nur Reifen oder Kompletträder (Reifen mit Felgen) versenden.
- Reifen ohne Felgen: Diese sind einfacher zu verpacken, da keine empfindlichen Oberflächen geschützt werden müssen. Sie können einfach in Stretchfolie gewickelt werden.
- Kompletträder mit Felgen: Hier ist besondere Vorsicht geboten. Die Felgen sind anfällig für Kratzer. Verwende daher zusätzlichen Kantenschutz und Polsterung aus Karton, bevor du das Rad mit Folie umwickelst.
Geeignete Verpackung für Reifen – so geht’s richtig
Die Verpackung spielt beim Reifenversand eine entscheidende Rolle. Reifen ohne Felgen dürfen in vielen Fällen ohne Karton verschickt werden. Allerdings müssen sie mit stabiler, reißfester Folie umwickelt sein. Alternativ eignet sich auch Schutzpappe aus Wellpappe, die um den Umfang gelegt wird. Wichtig ist, dass der Versandaufkleber sicher und sichtbar angebracht werden kann.
Anders sieht es bei Reifen mit Felgen aus: Diese sind wesentlich empfindlicher. Hier muss eine stabile Kartonverpackung verwendet werden. Zusätzlich sollten Schaumstoff, Luftpolsterfolie oder Styropor als Polstermaterial dienen, um Kratzer und Stöße zu vermeiden.
Hohlräume im Paket dürfen keinesfalls leer bleiben. Sie sollten mit Füllmaterial ausgestopft werden, um ein Verrutschen zu verhindern.
Einige Versanddienste wie DHL, DPD oder Hermes verlangen bei unverpackten Reifen sogar spezielle runde Schutzpappen. Wer diese Vorgabe nicht erfüllt, riskiert zusätzliche Sperrgutgebühren.
Den Versandaufkleber korrekt anbringen
Ein oft unterschätzter Punkt ist die richtige Platzierung des Versandaufklebers. Dieser muss jederzeit klar erkennbar und gut haftend auf der Verpackung befestigt sein. Besonders bei runder Verpackung oder Folien kann sich der Aufkleber schnell lösen – das führt zu Problemen bei der Sortierung.
Kleben Sie den Aufkleber daher auf eine glatte, ebene Fläche – idealerweise auf die Schutzpappe oder ein aufgeklebtes DIN-A4-Blatt.
Vermeiden Sie Falten oder schiefe Platzierungen. Wird der Aufkleber beschädigt oder unleserlich, kann das Paket nicht zugestellt werden.
Maße und Gewicht: Diese Vorgaben gelten
Beim Reifenversand kommt es auch auf exakte Maße und das Gesamtgewicht an. Die meisten Paketdienste setzen ein maximales Gurtmaß von 300 cm voraus. Das Gurtmaß berechnet sich aus:
Länge + 2×Breite + 2×Höhe
Zudem liegt die maximale Gewichtsgrenze meist bei 40 kg pro Paket – bei internationalen Expresssendungen gelegentlich bis 50 kg.
DHL erlaubt maximal Maße von 120 × 60 × 60 cm. Wird diese Grenze überschritten, fällt ein Sperrgutzuschlag an.
Hermes teilt Reifen in Paketklassen ein:
| Anzahl Reifen | Paketklasse | Maßgrenze (Längste + Kürzeste Seite) |
| 1 Reifen | M | max. 80 cm |
| 2 Reifen | L | max. 120 cm |
| Wer diese Maße nicht beachtet, riskiert ebenfalls Zusatzkosten oder Rücksendungen. |
Versandkosten und Anbieter im Vergleich
Die Kosten für den Reifenversand variieren je nach Dienstleister, Gewicht, Maß und Verpackung. Generell gilt: Wer vier Reifen im Set verschickt, spart oft gegenüber dem Einzelversand. Einige Anbieter bieten auch einen Abholservice an der Haustür an, was vor allem bei sperrigen Reifenpaketen sinnvoll ist.
Online-Versandportale wie DAGO Express helfen, das günstigste Angebot zu finden.
Beachten Sie: Auch Kartonagen und Verpackungsmaterial sind Kostenfaktoren, die mit einkalkuliert werden sollten.
Haftung, Versicherung und Schadensfall
Geht beim Versand etwas schief, ist die Frage der Haftung wichtig. Die meisten Paketdienste haften bis zu 500 € pro Sendung – allerdings nur, wenn die Verpackung den Vorgaben entsprach. Achten Sie daher auf eine nachweislich transportsichere Verpackung.
Im Schadensfall gilt: Unbedingt Fotos vom beschädigten Paket und Inhalt machen, und den Schaden sofort melden – spätestens innerhalb von sieben Tagen. Wird bereits bei der Zustellung ein sichtbarer Schaden erkannt, sollten Sie dies direkt beim Zusteller vermerken oder die Annahme verweigern. Nur so bleibt der Versicherungsschutz bestehen. Für besonders wertvolle Felgen-Reifenkombinationen kann sich auch eine zusätzliche Transportversicherung lohnen.
Häufige Fehler beim Reifenversand und wie man sie vermeidet
Viele Versender unterschätzen den Aufwand beim Versand von Reifen. Häufige Fehler sind zu große oder zu schwere Pakete, nicht haftende Aufkleber oder fehlender Polsterschutz bei Felgen.
Vermeiden Sie provisorische Verpackungen wie einfache Müllsäcke – diese bieten keinen ausreichenden Schutz und werden von Versanddiensten oft abgelehnt.
Reifen sollten nie lose, sondern immer fixiert und gesichert verschickt werden. Auch das Ignorieren der spezifischen Vorgaben des Versanddienstleisters (z. B. runde Schutzpappen) führt häufig zu teuren Nachzahlungen oder Rücksendungen.
Ein letzter Tipp: Planen Sie den Versand nicht auf den letzten Drücker. Eine gründliche Vorbereitung erspart Ärger und Kosten.
Fazit
Reifen zu verschicken ist mit etwas Planung gut machbar – aber ohne Vorbereitung ein Kostenrisiko. Wer die Vorgaben zu Verpackung, Maßen und Haftung kennt, spart bares Geld und vermeidet Schäden. Vergleichen Sie Anbieter, sichern Sie Ihre Ware richtig – und der Versand läuft reibungslos.
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