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Wie können Sie den Reifenverschleiß gering halten?

Reifenverschleiß gering halten

Reifen zählen zu den größten laufenden Kostenfaktoren im Fuhrpark von Logistikunternehmen und Betrieben mit vielen Fahrzeugen. Gleichzeitig sind sie ein zentrales Sicherheitselement im täglichen Einsatz. Ein zu hoher Reifenverschleiß führt nicht nur zu häufigeren Reifenwechseln und steigenden Ausgaben, sondern erhöht auch das Unfallrisiko deutlich. Wer den Reifenverschleiß gezielt reduziert, verlängert die Lebensdauer der Reifen, senkt Betriebskosten und verbessert die Fahrsicherheit nachhaltig. Dieser Ratgeber zeigt praxisnah, welche Ursachen Reifenverschleiß hat, wie er frühzeitig erkannt wird und mit welchen Maßnahmen Unternehmen wirksam gegensteuern können.

Das Wichtigste in Kürze

  • Reifenverschleiß beeinflusst direkt Kosten, Sicherheit und Ausfallzeiten im Fuhrpark
  • Falscher Reifendruck ist die häufigste Ursache für vorzeitige Abnutzung
  • Asymmetrischer Verschleiß deutet auf technische Mängel oder falsches Fahrverhalten hin
  • Reifendruckkontrollsysteme sind gesetzlich vorgeschrieben und verlängern die Reifenlebensdauer
  • Regelmäßige Kontrolle von Spur, Sturz und Unwucht spart langfristig hohe Kosten

Wie lässt sich Reifenverschleiß effektiv reduzieren?

Reifenverschleiß lässt sich durch korrekten Reifendruck, die passende Reifenwahl, regelmäßige Achs- und Unwuchtkontrollen, vorausschauendes Fahrverhalten sowie den Einsatz von Reifendruckkontrollsystemen deutlich reduzieren. Das senkt Kosten, erhöht die Sicherheit und verlängert die Nutzungsdauer jedes Reifensatzes.

Ursachen für Reifenverschleiß im Fuhrpark

Reifen unterliegen grundsätzlich einem natürlichen Verschleiß. Dennoch zeigen große Abweichungen von der üblichen Laufleistung klare technische oder organisatorische Ursachen. Pkw-Reifen erreichen im Durchschnitt eine Laufleistung von etwa 25.000 bis 50.000 Kilometern. Lkw-Reifen sind auf deutlich höhere Werte zwischen 140.000 und 180.000 Kilometern ausgelegt.

Winterreifen nutzen sich schneller ab als Sommerreifen, da ihre Gummimischung weicher ist und bei höheren Temperaturen stärker abradiert. Besonders kritisch wirkt sich ein falscher Reifendruck aus. Sowohl Unterdruck als auch Überdruck führen zu erhöhter Abnutzung. Zusätzlich steigern falsche Reifen zur Jahreszeit, defekte Stoßdämpfer oder ein aggressiver Fahrstil den Verschleiß erheblich. Bleibt die tatsächliche Laufleistung deutlich unter den Herstellerangaben, wirken meist mehrere dieser Faktoren gleichzeitig zusammen.

Durchschnittliche Laufleistung nach Fahrzeugtyp

FahrzeugtypDurchschnittliche Laufleistung
Pkw25.000 – 50.000 km
Lkw140.000 – 180.000 km

Anzeichen für übermäßigen und asymmetrischen Reifenverschleiß

Übermäßiger Reifenverschleiß lässt sich frühzeitig erkennen, wenn alle relevanten Daten systematisch dokumentiert werden. Dazu gehören Kilometerstand, Zeitpunkt und Grund jedes Reifenwechsels. Ergänzend ist eine regelmäßige Sichtprüfung unverzichtbar. Besonders aussagekräftig ist asymmetrischer Verschleiß. Abgenutzte Außenschultern deuten meist auf zu niedrigen Reifendruck hin. Ein stark abgefahrenes Profil in der Mitte spricht dagegen für zu hohen Druck.

Sind nur die Innen- oder Außenseiten betroffen, liegt häufig eine falsche Spur- oder Sturzeinstellung vor. Lokale Abnutzungen oder Sägezahnbildung weisen oft auf Unwucht oder sehr sportliches Fahrverhalten hin. Wer diese Verschleißbilder kennt, kann früh reagieren und teure Folgeschäden vermeiden.

Reifendruckkontrollsysteme: Pflicht und Nutzen

Reifendruckkontrollsysteme sind heute keine optionale Technik mehr, sondern gesetzlich vorgeschrieben. Für Pkw und Wohnmobile der Klassen M1 und M1G gilt diese Pflicht bereits seit November 2014. Seit Juli 2024 sind auch Lkw, Busse und Anhänger über 3,5 Tonnen betroffen. Das System überwacht den Reifendruck permanent und warnt bei Abweichungen.

Für Fuhrparkbetreiber entsteht dadurch zusätzliche Verantwortung. Sensoren müssen regelmäßig geprüft werden. Batterien sind rechtzeitig zu wechseln. Nach jedem Reifenwechsel müssen die Systeme neu angelernt werden. Ein funktionierendes Reifendruckkontrollsystem verlängert die Reifenlebensdauer messbar und erhöht die Verkehrssicherheit deutlich.

Maßnahmen zur Verlängerung der Reifenlebensdauer

Schon einfache organisatorische Maßnahmen zeigen große Wirkung. Ein festes Intervall zur Reifendruckprüfung ist entscheidend. Auch bei Fahrzeugen ohne gesetzliche Pflicht lohnt sich der Einsatz von Kontrollsystemen. Große Fuhrparks profitieren zusätzlich von eigenen Luftdruckanlagen auf dem Betriebsgelände. Ebenso wichtig ist der Fahrstil der Fahrerinnen und Fahrer.

Vorausschauendes Fahren reduziert nicht nur den Reifenverschleiß, sondern schont Bremsen, Fahrwerk und Antrieb. Fahrerbewertungen helfen dabei, Verbesserungen objektiv zu messen. In Kombination mit Bonusprogrammen steigt die Motivation, materialschonend zu fahren. Das senkt langfristig Wartungs- und Reparaturkosten im gesamten Fuhrpark.

Richtiger Reifendruck bei Lkw: Hohe Last, hohe Verantwortung

Bei Lkw spielt der Reifendruck eine besonders zentrale Rolle. Hohe Achslasten erfordern deutlich höhere Drücke als bei Pkw. Üblich sind Werte zwischen 6 und 9 bar. Der konkrete Wert hängt von Achslast, Reifengröße und aktueller Beladung ab. Bereits Abweichungen von 0,5 bis 1,0 bar können die Karkasse dauerhaft schädigen. Gleichzeitig steigen Verschleiß und Kraftstoffverbrauch spürbar an.

Regelmäßige Kontrollen sind daher Pflicht und kein optionaler Service. Spediteure und Fahrer sollten sich konsequent an die Herstellerangaben halten. So lassen sich Schäden vermeiden und unnötige Kosten reduzieren.

Reifenwahl, Achsgeometrie und Verschleißkontrolle

Die richtige Reifenwahl hat erheblichen Einfluss auf die Lebensdauer. Ganzjahresreifen bieten Komfort, nutzen sich jedoch schneller ab. Bei hoher Laufleistung sind saisonale Reifen meist wirtschaftlicher. Winterreifen sollten nur bei winterlichen Bedingungen eingesetzt werden, da sie sich bei Wärme sehr schnell abnutzen. Zusätzlich müssen Spur, Sturz und Unwucht regelmäßig geprüft werden.

Schon Bordsteinkontakte oder schlechte Straßen können Einstellungen verändern. Eine korrekte Auswuchtung sorgt für ruhigen Lauf und gleichmäßigen Abrieb. Ergänzend empfiehlt sich eine systematische Verschleißkontrolle. Durch regelmäßige Messung der Profiltiefe und den Abgleich mit dem Kilometerstand lassen sich Laufleistungen prognostizieren und Probleme frühzeitig erkennen.

Fazit

Wer den Reifenverschleiß gezielt gering hält, spart bares Geld und erhöht gleichzeitig die Sicherheit im Fuhrpark. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus korrektem Reifendruck, passender Reifenwahl, regelmäßigen technischen Kontrollen und einem bewussten Fahrstil. Unternehmen, die Reifenmanagement systematisch umsetzen, profitieren von längeren Laufleistungen, weniger Ausfällen und sinkenden Gesamtkosten. Reifen sind kein Randthema, sondern ein zentraler Erfolgsfaktor im professionellen Fuhrparkbetrieb.

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