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Jährliche Unterweisung Gabelstapler und Flurförderzeuge

Jährliche Unterweisung Gabelstapler

Das Fahren von Gabelstaplern birgt erhebliche Risiken für Menschen, Güter und betriebliche Abläufe. Daher schreibt der Gesetzgeber vor, dass jede staplerführende Person einmal pro Jahr eine verpflichtende Sicherheitsunterweisung absolvieren muss. Diese Unterweisung stellt sicher, dass alle Bedienenden Flurförderzeuge sicher nutzen, Gefahren richtig einschätzen und gesetzliche Vorgaben kennen. Der folgende Ratgeber zeigt umfassend, welche Inhalte vorgeschrieben sind, wer unterweisen darf und warum die jährliche Auffrischung für die Arbeitssicherheit unverzichtbar ist.

Das Wichtigste in Kürze

• Die Unterweisung ist für alle Flurförderzeuge mit Fahrersitz, Fahrerstand und Mitgängerfahrzeuge verpflichtend.
• Sie muss mindestens einmal jährlich erfolgen, bei Jugendlichen sogar halbjährlich.
• Unterweisen darf nur eine fachkundige Person, die von der betriebsinnehabenden Person beauftragt wurde.
• Inhalte umfassen sowohl Verhaltensthemen als auch gerätebezogene Sicherheitsschulungen.
• Der Staplerschein bleibt nur gültig, wenn die jährliche Unterweisung nicht überschritten wird.

Was ist die jährliche Unterweisung für Gabelstapler?

Die jährliche Unterweisung ist eine gesetzlich vorgeschriebene Sicherheitsunterweisung, die alle Staplerfahrenden mindestens einmal pro Jahr absolvieren müssen. Sie frischt das Wissen über Unfallverhütung, betriebliche Sicherheitsvorgaben und die sichere Bedienung von Flurförderzeugen auf. Praktische Übungen können stattfinden, sind aber nicht verpflichtend.

Bedingungen für das Fahren eines Gabelstaplers

Für das Fahren eines Gabelstaplers gelten klare gesetzliche Rahmenbedingungen. Sie basieren auf dem Arbeitsschutzgesetz, der Betriebssicherheitsverordnung und der DGUV Vorschrift 68. Diese Vorschriften definieren Mindestanforderungen, die jede Bedienperson erfüllen muss. Dazu zählt das gesetzlich vorgeschriebene Mindestalter.

Es muss auch eine körperliche und psychische Eignung vorliegen. Zusätzlich ist ein gültiger Ausbildungsnachweis wie der Staplerschein erforderlich. Unfallzahlen zeigen, wie wichtig diese Regelungen sind. Allein 2019 gab es 14.788 meldepflichtige Staplerunfälle. Diese Zahlen machen deutlich, warum eine konsequente Unterweisung und Kontrolle notwendig ist.

Bedeutung der jährlichen Unterweisung für Staplerfahrende

Die jährliche Unterweisung stellt sicher, dass alle Bedienenden auf dem neuesten Stand der Sicherheitsvorschriften bleiben. Auch wenn der Staplerschein lebenslang gültig ist, darf ein Stapler nur geführt werden, wenn die Unterweisung nicht älter als zwölf Monate ist. Die Unterweisung dient der Auffrischung zentraler Sicherheitskenntnisse.

Sie unterscheidet sich von der Erstunterweisung, die betriebsintern stattfindet. Erstunterweisungen beinhalten betriebsbezogene Risiken und Geräteeigenschaften. Die jährliche Unterweisung dagegen kann intern oder extern stattfinden. Sie behandelt sowohl theoretische als auch praktische Aspekte. Pflichtübungen gibt es nicht. Dennoch profitieren viele Unternehmen von praxisnahen Ergänzungen.

Jährliche Unterweisung vorschriftsgemäß durchführen

Für die Durchführung der Unterweisung gelten klare organisatorische Vorgaben. Sie kann mündlich oder digital erfolgen. Der mündliche Austausch hat Vorteile, da dort individuelle Fragen und Probleme leichter angesprochen werden. Die Unterweisung muss in einer leicht verständlichen Sprache erfolgen. Bei Bedarf wird sie in einer Fremdsprache angeboten. Wichtig ist auch die zeitliche Einordnung. Sie findet während der Arbeitszeit statt und ist vergütet.

Der Zeitpunkt ist gesetzlich festgelegt. Spätestens zwölf Monate nach der letzten Unterweisung muss die nächste stattfinden. Jede Unterweisung muss dokumentiert werden. Ein Formular wird von beiden Parteien unterschrieben. Erst dann gilt die Unterweisung als rechtswirksam.

Inhalt der jährlichen Sicherheitsunterweisung

Die Inhalte der Unterweisung gliedern sich in verhaltensbezogene und gerätebezogene Themen. Beide Bereiche sind wichtig für die innerbetriebliche Sicherheit. Verhaltensbezogene Themen betreffen das Verhalten im Lager. Dazu gehören Unfallverhütung, betriebliche Regeln und der Umgang mit Notfällen. Auch Fluchtwege und Erste-Hilfe-Punkte werden erläutert. Gerätebezogene Inhalte beschäftigen sich mit der sachgemäßen Bedienung. Dazu gehören auch spezielle Funktionen bestimmter Modelle.

Der sichere Einsatz von Anbaugeräten wird ebenfalls vermittelt. Zudem lernen die Teilnehmenden, wie sie tägliche Sichtprüfungen korrekt durchführen. Dieser Punkt ist entscheidend, um Gefahren frühzeitig zu erkennen. Die Unterweisung berücksichtigt die DGUV 308-001-Abschnitte, die alle Prüf- und Sicherheitsvorgaben definieren.

Inhalte der Unterweisung

BereichInhalte
VerhaltensbezogenUnfallvermeidung, Betriebsanweisungen, Fluchtwege, Verhalten bei Unfällen
GerätebezogenBedienung, Herstellerfunktionen, Anbaugeräte, tägliche Prüfung, Fehlererkennung

Wer darf die jährliche Unterweisung durchführen?

Die Verantwortung liegt bei der betriebsinnehabenden Person. Sie muss eine fachkundige Person mit der Durchführung beauftragen. Welche Qualifikation diese Person haben muss, ist nicht abschließend gesetzlich geregelt. Jedoch orientieren sich Unternehmen an den Anforderungen der DGUV. Für umfassende Unterweisungen der Stufe 1 und 2 sind besondere Kenntnisse nötig.

Dazu zählen ein Mindestalter von 24 Jahren und mehrere Jahre Berufserfahrung. Auch ein eigener Flurmittelförderschein ist erforderlich. Zudem muss die Person Erfahrung im praktischen Umgang mit Flurförderzeugen haben. Ein Lehrgang zur Ausbildung von Staplerfahrenden ist ebenfalls Bestandteil. Wichtig ist, dass die unterweisende Person die relevanten Vorschriften kennt. Dazu gehört der DGUV Grundsatz 308-001 sowie die DGUV Information 208-004.

Fazit

Die jährliche Unterweisung für Gabelstaplerfahrende ist ein zentraler Baustein der betrieblichen Sicherheit. Sie schützt nicht nur Beschäftigte, sondern reduziert auch Sachschäden und Ausfallzeiten. Die gesetzlichen Vorgaben sind klar und verpflichtend. Unternehmen profitieren von gut geschultem Personal, das Risiken früh erkennt und richtig handelt. Wer die Unterweisung konsequent umsetzt, erhöht die Sicherheit im Lager deutlich und erfüllt gleichzeitig alle gesetzlichen Pflichten.

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